Holstentor

Das Holstentor ist eines der Wahrzeichen Lübecks und vielleicht sogar das wichtigste und einprägsamste. Der eindrucksvolle Backsteinbau begrenzt heute die Altstadt Lübecks in westlicher Richtung. Das Tor ist eines der beiden noch erhaltenen alten Stadttore, sein genaues Entstehungsjahr liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Als im Jahre 1216 in einer Schenkungsurkunde, die den dänischen König betraf, die Holstenbrücke Erwähnung fand, existierte mit großer Wahrscheinlichkeit bereits ein Vorläufer des heutigen Holstentores.

Lübeck: Holstentor, Ansicht im Sommer
Lübeck: Holstentor, Ansicht im Sommer.
Foto: Birger Dimter

Der Name ist übrigens eine Verballhornung von Holstein, denn das Tor wurde so genannt, da es in Richtung Holstein zeigte. Die architektonische Gestaltung der Innen- und Außenseite entspricht den unterschiedlichen Funktionen der beiden Seiten. Die der Stadt zugewandte Seite ist naturgemäß reich geschmückt und mit verschiedenartigen Fenstern verziert und gibt so ein prächtiges Bild ab. Die sogenannte Feldseite weist Schießscharten und Aussparungen für die Geschützkammern auf. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Tor immer wieder erweitert und umgebaut. Dabei sind viele Ornamente und Schmuckelemente angebracht worden. Am auffälligsten sind zwei Terrakottabänder, die sich um das gesamte Bauwerk herum erstrecken.

Die beiden Inneräume des Lübecker Holstentores sind gleichartig konstruiert und mit stark gewundenen Wendeltreppen ausgestattet. Früher befanden sich hier die Geschütze zur Verteidigung der Stadt. Die Erhaltung der Wehrhaftigkeit war ursprünglich die eigentliche Aufgabe dieses Tores und der angeschlossenen Brückenanlage. Lübeck war eine reiche Hansestadt und sah sich demzufolge immer wieder mit Angriffen von Neidern und Feinden konfrontiert.

Mit dem Einsetzen der Industrialisierung hielten einige Bürger das Holstentor für ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das dem Fortschritt im Wege stünde. Das Tor sollte komplett abgerissen werden. Nur auf die Intervention des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. hin, der seinen Konservator nach Lübeck schickte, wurde den Zerstörungen Einhalt geboten. Nach einigen Versuchen, das Tor wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, erfolgte in den Jahren 2005/2006 eine erneute und fachlich fundierte Restaurierung, die etwa eine halbe Million Euro kostete.

Heute dient das Holstentor als Museum, in dem die Geschichte Lübecks dargestellt wird. Sowohl archäologische Funde sowie Modelle und Bilder dienen zur Veranschaulichung der Historie der Stadt. Eine Abbildung des Holstentores ziert die Rückseite der 2-Euro Münzen der Prägung aus dem Jahre 2006.
Weitere Informationen über das Holstentor und die Hansestadt Lübeck ganz allgemein finden sich unter: www.urlaub-luebeck.de.

Autor: Birger Dimter.