Die Preußische Huldigung

Meisterwerk von Jan Matejko.

Ölgemälde, 1879-82, 388 x 785 cm. Größte und eine der wichtigsten Gemälden Matejkos, sein Meisterwerk, die die Glanzzeit polnischer Geschichte herauf beschwört: Das Werk zeigt den Kniefall und Huldigung des ehemaligen Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht Hohenzollern von Preußen, vor den polnischen König Sigismund I. dem Alten, am 10. April 1525. Albrecht leistet somit dem polnischen König den Lehnseid. Der polnische Hof erstrahlt in Feierlichkeit und Pomp, der Zugang zum Baltischen Meer – Ostsee – verspricht Wohlstand und Macht. Einzig Stańczyk, der melancholische Hofnarr, will sich an der Zeremonie nicht erfreuen, seine Nachdenklichkeit verweist auf kommende düstere Tage – im 18. Jahrhundert hatte Preußen größen Anteil an die Teilungen Polens.

Jan Matejko: Die Preußische Huldigung
Jan Matejko: Die Preußische Huldigung.
Quelle: Wikimedia Commons

Als die Gemälde entstand, war Polen zwischen Russland, Österreich und Preußen geteilt, daher wundert nicht, dass die Preußen Wutanfälle bekamen: der Vorfahr des deutschen Kaisers Wilhelm I., der Hohenzollernfürst Albrecht, vor dem polnischen König kniet und ihm den Lehnseid leistet! Matejko betrachtete seine Kunst als „Art-Waffe“ zur Bewahrung der kulturellen und nationalen Identität seiner Landsleute in der Zeit der Unterdrückung durch die Teilungsmächte – und die Botschaft ist klar: Ein preußisches Herzogtum von Polens Gnaden, ein Tag des Triumphes in der polnischen Geschichte.

Im Bild befinden sich zwei Selbstporträts Matejkos: einer ist der Stańczyk, der zweite, der unten in der linken Ecke steht, ist Bartolomeo Berrecci, Architekt und Wiederaufbauer des Wawels.

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