Der Grüne Ring der Stadt Zittau

Die Stadt Zittau hatte im Verlaufe der Jahrhunderte viele Beinamen. Bekannt ist sie auch als Die Reiche, die Stadt im Oberlausitzer Sechsstädtebund, die Stadt im Dreiländereck und die Stadt der Fastentücher. Interessant ist der gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern, der umschlossen ist von Resten der Stadtbefestigung. Diese erinnert an die Erteilung des Stadtrechtes durch Ottokar II. im Jahre 1254.

Zittau, die Kleine Bastei mit Resten der Stadtmauer
Zittau, die Kleine Bastei mit Resten der Stadtmauer.
Foto: Klaus Stich

Eine in den 500 Jahren bis 1277 errichtete 10 Meter hohe Stadtmauer, die unterbrochen war von Befestigungsbauwerken, wie 4 Stadttoren mit Zugbrücke, 12 Wehrtürmen, zwei Ausfallpforten und 13 Bastionen, schützte die Bürger von Zittau vor Angriffen. An den Bauwerken wurde ständig gearbeitet. Die Stadtmauer wurde ab 1513 erhöht und verdoppelt. Die Stadt glich danach einer Festung. Noch im Jahre 1706 wurde die gesamte Stadtmauer neu geweißt. Doch bereits 1732 begann man damit, den Stadtgraben zu verfüllen. Die Stadt brauchte Bauland für öffentliche Gebäude.
Nach den Zerstörungen durch den Siebenjährigen Krieg am 23. Juli 1757, in dem die Österreicher die von Preußen besetzte Stadt einnahmen und das Rathaus, die Johanniskirche und viele andere Gebäude der Stadt in Schutt und Asche legten, entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Leitung des bekannten Baumeisters und Stadtbaudirektors C. A. Schramm, einem Schüler Schinkels, Zittaus Stadtkern in neuer Schönheit.

Damals fassten die Bürger der Stadt den Beschluss, die Funktion der Stadtmauer aufzugeben. 1820 wurde für das gesamte Areal des Grünen Ringes, das sich nun entlang des 3 Kilometer langen Stadtgrabens der Stadtbefestigung erstreckt, ein Planungskonzept erstellt. Der damalige Zittauer Bürgermeister E. F. Haupt suchte und fand dafür professionelle Hilfe in einem Mitarbeiter des Gärtners, der damals im Auftrag von J. W. Goethe und des Herzogs Karl August zu Sachsen-Weimar tätig war. Der Gärtnerbursche Joachim Friedrich Zischling war es, der für die Entstehung des Zittauer Grünen Ringes und für die heutige Gestalt der Anlagen südlich der Kirche zum Hl. Kreuz, die auch das Große Zittauer Fastentuch aus dem Jahre 1472 beherbergt, verantwortlich war. Die Zeit der Umgestaltung des Grünen Ringes dauerte noch bis 1914 an.

Das Schleifermännel am Jungfernbrunnen, heute bekannter als Schleifermännelbrunnnen, ist seitdem ebenfalls zu einem Sinnbild der Stadt geworden, wie die Krokuswiese unter der uralten Platane am Grünen Ring aus dieser Zeit, die später Herrn Zischling gewidmet wurde.
Südlich an die Fleischerbastei angelehnte blüht seit 1907 die Blumenuhr. Daneben spielt das Meißner Glockenspiel, das 1966 von Zittauer Handwerkern gestiftet wurde, halbstündlich bekannte Volkslieder, wie das „Oberlausitzlied“ oder „Sah ein Knab ein Röslein stehen“.

Ein Denkmalpfad führt Sie bei einem Besuch in Zittau darüber hinaus zu vielem Interessanten und Sehenswerten:
– das städtische Museum im ehem. Franziskanerkloster und die Klosterkirche
– die ehemaligen Bierkeller und die Bürgerhäusern selbst, in denen sie sich befinden
– Zittaus Brunnen – der Rolandbrunnen, der Grüne Born, der Herkulesbrunnen, der Schwanenbrunnen, der Samariterinnenbrunnen und der jüngste aus dem Jahr 1977, der Marktweiberbrunnen auf dem Klosterplatz
– die bereits erwähnten Bauten des Stadtbaudirektors Schramm, das Zittauer Rathaus in seiner jetzigen Gestalt, die Johanniskirche und die Baugewerkeschule
– das 1711 erbaute achtgeschossige Zittauer Salzhaus, auch Marstall u.v.a.

Wir laden Sie herzlich in unsere Stadt ein.

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