Kaiserweihnacht auf dem Berg Oybin

An den Beistand ihres Kaisers für die Cölestinermönche auf dem Berg Oybin erinnern sich die Oybiner Bürger noch immer. Bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts trieben vom Oybin aus die Raubritter ihr Unwesen. 1369 stiftete Kaiser Karl IV. den Cölestinern das Kloster. Ein Teil der Wälder rund um den Oybin, welche die Stadt Zittau gerade erst als Pächter bekommen hat, musste sie nun den 12 Mönchen als „Erstausstattung“ wieder überlassen. Sie waren gleichzeitig die Hofkapläne des Kaiser und standen in seiner Gunst und der Rat der Stadt Zittau hatte viel Aufwand und Kosten. So ist der Ärger der Mönche mit der Stadt Zittau vorprogrammiert, der wohl am 25. Dezember 1369 seinen Höhepunkt fand.

Berg Oybin im Winter
Berg Oybin im Winter.
Foto: Klaus Stich

An diesem Tag soll der Kaiser zur Unterstützung des Klosters auf dem Felsplateau von Oybin geweilt haben. Zur Erinnerung daran trifft seit 1994, am ersten Weihnachtsfeiertag jeden Jahres, pünktlich 14.00 Uhr unter Fanfarenklängen, begleitet von berittenem Gefolge, Hofdamen, Mönchen, Mägden, Rittern und Knappen seine Majestät Kaiser Karl IV. mit Gemahlin Elisabeth im Kurort Oybin ein. Standesgemäß begrüßt werden sie durch Ritter Kunibert, den Burgkaplan und das Burgfräulein zur Kaiserweihnacht.
Das Kaiserpaar begibt sich dann zu Fuß mit Gefolge und Gästen auf den Berg, wo es dann auf der Vorburg vom Burgherrn und dem Prior herzlich willkommen geheißen wird. Den weiteren Aufstieg und die Verkündung der Weihnachtsbotschaft durch den Burgkaplan erleben wir gemeinsam mit Schäfer Jonas und seinen Tieren im stimmungsvollen Ambiente der Ruine der Klosterkirche. Chorgesang, Glühwein und Tee umrahmen die feierliche Stimmung.
Hunderte von Gästen feiern jährlich gemeinsam mit Oybiner Bürgern diese schöne Tradition.

Die in der Blütezeit gotischer Baukunst 1369 entstandene Klosterkirche hat noch heute ihre Ausstrahlung. Ein Besuch im kulturhistorischen Zentrum des Zittauer Gebirges, mit Burg und Kloster Oybin, dem Bergfriedhof, dem „Hochzeitskirchlein“ am Fuße des Berges und die einmalige Felsenwelt ist zu jeder Jahreszeit ein bleibendes Erlebnis.

Autor: Klaus Stich.

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