Das Jüngste Gericht

Meisterwerk von Hans Memling

Triptychon, 1467 bis 1471, Ölmalerei auf Eichenholz. Das in Brügge gemalte Triptychon wurde vom Bankier der Medici Jacopo Tani in Auftrag gegeben, doch das Schiff, das es nach Florenz bringen sollte, wurde von einem Hanseschif aus Danzig gekapert und ausgeplündert. Das Gemälde gelangte nach Danzig und wurde ungeachtet der Forderungen des Papstes und Lorenzo il Magnificos nicht zurückgegeben.

Hans Memling, Das Jüngste Gericht
Hans Memling, Das Jüngste Gericht (Nationalmuseum Danzig).
Foto: Robert F. Barkowski

Mitteltafel: hier ist die Auferstehung der Toten und die Scheidung von Seligen und Verdammten, mit dem Wettstreit zwischen Engeln und Teufeln dargestellt.

  • Der Wille Christi lenkt die Weltkugel, zum ersten Mal ist die Hölle nicht als Teil der oberen Welt sondern als echte Unterwelt dargestellt,
  • die Lilie steht für die Barmherzigkeit,
  • Erzengel Michael führt die den Dämon bekämpfende Engelschar an, er steht auf einer weiten Ebene und trennt mit seiner Waage und dem Kreuzstab die guten von den schlechten Seelen. Er trägt eine Lombardische Rüstung aus der damaligen Zeit.

Linker Flügel Die Paradiesespforte, wird beherrscht von den Pforte des Paradieses.

Das Jüngste Gericht, Detail 1
Das Jüngste Gericht, Detail 1 (Nationalmuseum Danzig).
Foto: Robert F. Barkowski
  • Christus als Weltenrichter über die Lünette der Paradiesespforte,
  • von den Zinnen der im gotischen Still erbauten Himmelpforte begrüßen musizierende Engel die Gerechten mit einem Konzert,
  • der Schlüssel ist Attribut des hl. Petrus gemäß der Verbindung Jesu, der Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergab,
  • der hl. Petrus nimmt die Seelen der Geretteten bei ihrem Eintritt in das Paradies in Empfang.

Rechter Flügel Die Hölle; Memling konzentriert sich hier stärker auf die Gestalten und Gesichter der Verdammten als auf die Erfindung von furchterregenden und grotesken Teufeln.

Das Jüngste Gericht, Detail 2
Das Jüngste Gericht, Detail 2 (Nationalmuseum Danzig).
Foto: Robert F. Barkowski
  • Die Verdammten werden von schwarzen Dämonen in das Höllenfeuer getrieben,
  • hier auch ein Engel, der die Trompete bläst.

Geschichte

Im Jahre 1473 befanden sich Hanseatische Städten im Krieg gegen England und den König Edward IV., so genannter Rosenkrieg. Da der Krieg meistens als Kaperkrieg geführt wurde, haben die Hansastädte mehrere Kaperschiffe gebaut, ausgerüstet und gegen englische Flotte geschickt. Eins davon war Peter von Danczk, einer der größten Kraweel im Ostseeraum, das die Danziger Bürger Johann Sidinghusen, Tideman Valandt und Reinhold Niederhoff im Jahre 1472 gekauft haben. 1473 übernahm der Kapitän Paul Beneke das Kommando über das Schiff. Am 27 April 1473 kaperte Peter von Danczk vor der englischen Küste eine florentinisch-burgundische Galeere San Matteo, die von Brügge nach Southampton unterwegs war. Die Beute war enorm, im Wert von 48 000 Goldgulden, unter anderem das Gemälde Das jüngste Gericht, das kurz danach an die Marienkirche in Danzig geschenkt würde.

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