Travemünder Woche

Alljährlich findet Ende Juli an 10 Tagen die traditionelle Travemünder Woche statt. Sie ist nach der Kieler Woche weltweit das zweitgrößte Seglerevent und lockt jedes Jahr wahre Besucherströme an. In Travemünde spricht man deshalb schon von der fünften Jahreszeit.

Lübeck, Travemünder Woche
Lübeck, Travemünder Woche.
Foto: Birger Dimter

Begonnen hat alles mit einer Flasche Rotspon, um die zwei wohlhabende Segler 1888 aus Hamburg, Hermann Wentzel und Hermann Dröge, um die Wette segelten. An dieses Ereignis soll „Rotspon-Regatta“ erinnern, die seit 2004 zu einem festen Bestandteil der Travemünder Woche geworden ist.

Während der 10 Tage, die von einem bunten Festprogramm begleitet sind, werden auf der Lübecker Bucht vor Travemünde zahlreiche anspruchsvolle Segelregatten ausgetragen, die man vom Strand und von der Mole aus wunderbar verfolgen kann. Wer es gern noch intensiver miterleben möchte, kann das Geschehen mit einem Fernglas beobachten oder vielleicht sogar als Begleiter auf einem der Segelboote mitfahren. Besonders angetan sind die Zuschauer immer von den täglichen Wettfahrten der Segel-Arena Trave, bei denen die sehr schnellen Katamarane Wettkämpfe austragen. An den Wettkämpfen der Travemünder Woche nehmen etwa 1.500 Segler aus ca. 20 Nationen aus olympischen und internationalen Bootsklassen teil. Auch der Seglernachwuchs ist dabei, um die ersten Regattaerfahrungen zu sammeln.

Das sportliche Programm wird ergänzt durch kulturelle Höhepunkte und eine lange Festmeile entlang der Trelleborgallee, unter dem Leuchtturm, an der Promenade entlang und im Brüggmanngarten. Dort kann der Besucher nach Herzenslust kulinarische Leckerbissen schlemmen, Kunsthandwerk bestaunen, Souvenirs, Schmuck und Maritimes kaufen. Zwischen den Wettkämpfen gibt es immer wieder Live-Musik und verschiedene Bühnenprogramme. Einer der Veranstaltungsmittelpunkte ist der Brüggmanngarten mit seiner Festivalbühne und einem tollen, abwechslungsreichen Musikprogramm. Dieses wird ergänzt durch ein Spiel-, Spaß- und Kletterangebot des CITTI-Parks für Kinder. Auch das Seglervillage an der Promenade und diverse Beachclubs am Strand bei der Nordermole ziehen in diesen Tagen Besucherströme an.

Der direkte Kontakt zu den Seglern ist den Veranstaltern der Travemünder Woche besonders wichtig. Abends sollen die Fans mit den Seglern zusammen am Strand ausgelassen feiern können. Allabendliches Highlight ist die „Passat Laser Performance“, bei der das Travemünder Wahrzeichen, die Viermastbark „Passat“ in einer bunten Pyro- und Lasershow effektvoll erstrahlt. Den krönenden Abschluss der Travemünder Woche bildet alljährlich ein beeindruckendes Höhenfeuerwerk.

Autor: Birger Dimter

Die deutsche Hauptstadt Berlin individuell entdecken

Vom Stadtbezirk Mitte über Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Tiergarten, von Spandau bis Köpenick und von Pankow bis Zehlendorf; es gibt eigentlich immer etwas Neues in der deutschen Hauptstadt Berlin zu entdecken.

City Sightseeing Berlin Tour
City Sightseeing Berlin Tour.
Foto: Berlin Stadtführungen Sightseeing Tours – Klaus Wieland Kläser

Liebhaber von Städtereisen und Kurztrips kommen immer auf einer Berlin Stadtrundfahrt auf Ihre Kosten. Besonders lohnenswert ist eine individuelle Berliner Stadtrundfahrt zu den beeindruckenden Berliner Sehenswürdigkeiten, Prachtstraßen und Plätzen der Hauptstadt. Darunter natürlich die klassischen Berliner Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor, das Regierungsviertel und den kuppelgekrönten Reichstag, Unter den Linden und Kurfürstendamm, die futuristische Baukunst am Potsdamer Platz, der prächtige Gendarmenmarkt oder der legendäre Checkpoint Charlie, dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas Holocaust-Mahnmal aber auch zu Geheimtipps abseits der touristischen Route. Erkunden Sie bedeutende Berliner Sehenswürdigkeiten, moderne Botschaften, Hochkultur auf der Museumsinsel oder die East-Side Gallery – dem längsten erhaltenen Stück der Berliner Mauer.

Schnuppern Sie Berliner Luft und folgen Sie den Spuren der Geschichte auf einer geführten Berlin Stadtrundfahrt. Qualifizierte Berlin Stadtführer lassen Sie hinter die Kulissen blicken und eine attraktive pulsierende Hauptstadt Berlin auf einer geführten Stadtrundfahrt so erleben, wie es wirklich ist: voller Geschichte und Geschichten, auffällig farbenfroh und spannend, mal grell und schrill mal ganz still und leise. Immer voller positiver Überraschungen und unvergesslicher Momente.

Fachkundige und mehrsprachige Berlin Stadtführer – Reiseleiter – Gästeführer – Tour Guides zeigen Ihnen Ihr Berlin auf spannenden Stadtführungen und geführten Stadtrundfahrten. Entdecken Sie auf einer individuellen Berlin Tour die faszinierende Geschichte Berlins, die Prachtstraßen und historischen Plätze der Hauptstadt. Um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen ist eine Berliner Stadtrundfahrt auf jeden Fall ein Muss für alle Berlinbesucher.

Dufte Berlin-Impressionen entdecken Sie auf einer kleinen 3-stündigen Berlin Stadtrundfahrt oder auf der großen 4-stündigen Berlin Stadtrundfahrt. Zwischenstopps mit Ausstiegen und kleinen Stadtspaziergängen und Bummel sind einbegriffen. Alternativ dazu begegnen Sie den Highlights mit funkelndem Glanz der Lichter auf einer 2-stündigen Berlin Nightseeing Stadtrundfahrt am Abend. Diese Stadtrundfahrt ist nur für Nachtschwärmer interessant, sondern auch für Geschäftsleute und Konferenzteilnehmer, die am Tage nicht zum Berlin Sightseeing gekommen sind. Je nach Gruppengröße wird die Stadtrundfahrt im Reisebus, Panorama Kleinbus oder im Minivan durchgeführt.

Stück für Stück wächst die einst geteilte Stadt Berlin wieder zusammen und neues Leben zieht auch in den Todesstreifen entlang der ehemaligen Berliner Mauer wieder ein. Wie schon Berthold Brecht sagte: “Es gibt einen Grund, warum man Berlin anderen Städten vorziehen kann: weil es sich ständig verändert”.

Autor: Klaus Wieland Kläser
Berlin Stadtführungen Sightseeing Tours
Infoline: +49 (0)30 797 456 00
Internet: www.berlin-stadtfuehrung.de
Berlin INDIVIDUELL entdecken

Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi

Meisterwerk von Jan van Eyck.

Öl auf Holz, 1432; Auf der Gemälde Franziskus empfing die Wundmale des Gekreuzigten an Händen, Füßen und Brust. Das herausstellende Merkmal wurde zu seinem ikonographischen Attribut. Der Gekreuzigte mit den Flügeln eines Seraphs drückt Franziskus die Stigmata auf – die bildliche Umsetzung der Vision, die der Heilige auf dem Berg La Verna hatte.

Jan van Eyck: Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi
Jan van Eyck: Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi.
Quelle: Wikimedia Commons

Die gebirgige und felsige Landschaft ist eine faszinierende Erfindung des flämischen Meisters. Die Farbtöne der Felsen und Bäume sind mit dem Braun der Kutten der beiden Mönche abgestimmt.

Die Gestalt des Bruder Leo, des Gefährten von Franziskus, bildet einen geometrisch geschlossenen Körper, der an Giotto erinnert.

Holstentor

Das Holstentor ist eines der Wahrzeichen Lübecks und vielleicht sogar das wichtigste und einprägsamste. Der eindrucksvolle Backsteinbau begrenzt heute die Altstadt Lübecks in westlicher Richtung. Das Tor ist eines der beiden noch erhaltenen alten Stadttore, sein genaues Entstehungsjahr liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Als im Jahre 1216 in einer Schenkungsurkunde, die den dänischen König betraf, die Holstenbrücke Erwähnung fand, existierte mit großer Wahrscheinlichkeit bereits ein Vorläufer des heutigen Holstentores.

Lübeck: Holstentor, Ansicht im Sommer
Lübeck: Holstentor, Ansicht im Sommer.
Foto: Birger Dimter

Der Name ist übrigens eine Verballhornung von Holstein, denn das Tor wurde so genannt, da es in Richtung Holstein zeigte. Die architektonische Gestaltung der Innen- und Außenseite entspricht den unterschiedlichen Funktionen der beiden Seiten. Die der Stadt zugewandte Seite ist naturgemäß reich geschmückt und mit verschiedenartigen Fenstern verziert und gibt so ein prächtiges Bild ab. Die sogenannte Feldseite weist Schießscharten und Aussparungen für die Geschützkammern auf. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Tor immer wieder erweitert und umgebaut. Dabei sind viele Ornamente und Schmuckelemente angebracht worden. Am auffälligsten sind zwei Terrakottabänder, die sich um das gesamte Bauwerk herum erstrecken.

Die beiden Inneräume des Lübecker Holstentores sind gleichartig konstruiert und mit stark gewundenen Wendeltreppen ausgestattet. Früher befanden sich hier die Geschütze zur Verteidigung der Stadt. Die Erhaltung der Wehrhaftigkeit war ursprünglich die eigentliche Aufgabe dieses Tores und der angeschlossenen Brückenanlage. Lübeck war eine reiche Hansestadt und sah sich demzufolge immer wieder mit Angriffen von Neidern und Feinden konfrontiert.

Mit dem Einsetzen der Industrialisierung hielten einige Bürger das Holstentor für ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das dem Fortschritt im Wege stünde. Das Tor sollte komplett abgerissen werden. Nur auf die Intervention des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. hin, der seinen Konservator nach Lübeck schickte, wurde den Zerstörungen Einhalt geboten. Nach einigen Versuchen, das Tor wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, erfolgte in den Jahren 2005/2006 eine erneute und fachlich fundierte Restaurierung, die etwa eine halbe Million Euro kostete.

Heute dient das Holstentor als Museum, in dem die Geschichte Lübecks dargestellt wird. Sowohl archäologische Funde sowie Modelle und Bilder dienen zur Veranschaulichung der Historie der Stadt. Eine Abbildung des Holstentores ziert die Rückseite der 2-Euro Münzen der Prägung aus dem Jahre 2006.
Weitere Informationen über das Holstentor und die Hansestadt Lübeck ganz allgemein finden sich unter: www.urlaub-luebeck.de.

Autor: Birger Dimter.

Schloss Altenstein

Das Schloss Altenstein bei Bad Liebenstein befindet sich im Wartburgkreis in Thüringen auf einem weitläufigen Parkgelände. Der Kurort Bad Liebenstein liegt im Naturpark Thüringer Wald und war der größte Herzkurort der ehemaligen DDR (Nähere Informationen zu Bad Liebenstein finden sich hier: www.urlaub-bad-liebenstein.de). Das Schloss Altenstein wurde im Jahr 1736 erbaut und im Jahr 1800 zu einer Sommerresidenz erweitert.

Bad Liebenstein, Schloss Altenstein
Bad Liebenstein, Schloss Altenstein.
Foto: Birger Dimter

Bereits 1225 existierte an der Stelle des ehemaligen Wohnschlosses der Meininger Herzöge eine Burg mit dem Namen Altenstein, deren Besitz im Jahr 1346 an den Landgrafen von Thüringen überging. Diese Burg wurde 1554 überfallen, geplündert und verwüstet. Der Wiederaufbau begann drei Jahre später, jedoch in einem bescheideneren Stil in Renaissance-Bauweise. Das Eigentum an der Burg erlangten die Herzöge von Sachsen-Meiningen im Jahr 1680 durch eine Erbschaft.

Im Jahr 1710 ließen die Herzöge die Ruine der alten Burg Altenstein weitestgehend abreißen, da ein zweigeschossiges einfaches Landhaus gebaut werden sollte. Das Gebäude wurde östlich um Räume für die Hofhaltung, Bewirtschaftung und für die Unterbringung von Gästen erweitert. Im Schlosspark wurden Pavillons aufgebaut, verschiedene Blumenbeete und Rabatten angelegt und ein Netz von Treppen und Wegen errichtet.

Von 1798 bis 1804 erfolgte ein teilweiser Umbau zur Sommerresidenz. Der Altensteiner Park wurde im Stil eines englischen Gartens angelegt. Eine Erweiterung und Umgestaltung folgte in den Jahren 1846 bis 1852. Für Georg II. Herzog von Sachsen-Meiningen wurde das Schloss von 1888 bis 1889 erneut umgebaut. Als Vorbild dienten die Landhäuser aus der englischen Spätrenaissance. Mit der Abschaffung der Monarchie jedoch verlor das Schloss Altenstein seine Funktion als Sommerresidenz.

Nachdem das Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Erholungsheim der Handwerkskammer diente und 1979 zum Denkmal der Landschafts- und Gartengestaltung wurde, wurde das Bauwerk infolge eines Brandes im Jahr 1982 zum großen Teil zerstört. Die bereits vor der Wende begonnenen Instandsetzungsarbeiten wurden nach Übergang an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wieder aufgenommen und seitdem schrittweise fortgeführt. Die Fertigstellung des Schlosses ist für das Jahr 2015 geplant.

Autor: Birger Dimter

Streckelsberg in Koserow

Die Ostsee und ihre Küstenregionen und Inseln sind weit über ihre Grenzen hinaus für viele Sonnenstunden im Jahr, eine hervorragende Wasserqualität und die endlosen langen und feinsandigen Strände bekannt. Zu den begehrten Reisezielen gehört die Ostseeinsel Usedom, denn hier finden Urlauber eine große landschaftliche Vielfalt und zahlreiche Möglichkeiten, einen abwechslungsreichen Urlaub zu verbringen. Naturbelassene Regionen gehören ebenso dazu wie viele Sehenswürdigkeiten, die als touristische Anziehungspunkte überzeugen.

Koserow, Blick vom Streckelsberg
Koserow, Blick vom Streckelsberg.
Foto: Birger Dimter

Inmitten dieser atemberaubenden Natur, zwischen den bekannten Seebädern Kölpinsee und Koserow, liegt eines der regionalen Highlights Usedoms: der Streckelsberg. Rund 60 Meter hoch ragt die berühmte Kliffranddüne empor, die als dritthöchste Erhebung einen unvergleichlichen Panoramablick entlang der Außenküste der Insel gewährt. In direkter Nachbarschaft zum einstigen Fischerort Koserow und unweit des malerischen Dorfes Kölpinsee, gehört der Streckelsberg zu den meist besuchten Aussichtspunkten von Usedom. (Zahlreiche Fotos von Koserow und Impressionen des Streckelbergs finden sich hier.)

Dabei hat der Streckelsberg bei Koserow eine wechselhafte Vergangenheit hinter sich, die ihren Ursprung als Stauchendmoräne in der Eiszeit hatte. Im Laufe der Zeit schrumpfte der Streckelsberg, bedingt durch Erosionen und die Nähe zum Meer. Allein in den vergangenen 300 Jahren trugen Wind und Wellen mehr als 250 Meter des imposanten Bergs ab. Um dem entgegen zu wirken, werden seit 1995 entsprechende Küstenschutzmaßnahmen eingesetzt wie Wellenbrecher, künstliche Sandanspülungen und eine mehrteilige Schutzmauer. Die rauen Herbststürme mit ihrer starken Brandung verstärken abtragende Effekte, sodass sich der Umfang dieser sehenswerten Erhebung stetig reduziert.

Das einstige Fischerdörfchen Koserow liegt an der ostseeabgeneigten Seite. Von hier aus lassen sich im gesunden Ostseeklima ausgedehnte Spaziergänge zum stark bewaldeten Streckelsberg unternehmen. Hier finden Naturliebhaber noch eine weitestgehend unberührte Natur, in der sich auch heute noch viele geschützte Pflanzen- und Tierarten wohlfühlen. Selbst Orchideen sind auf dem Streckelsberg zu finden, der als Aussichtspunkt von der Spitze einen unvergesslichen Blick über die Küstenlinie gewährt. Liebevoll von Bauern und Fischern der Region als „witter Barg“ bezeichnet, hält sich bis heute die Legende, dass sich der Seeräuber Klaus Störtebecker einst in den Höhlen des Streckelsbergs versteckt haben soll. 1961 wurde der Berg zum Naturschutzgebiet erklärt, was als Sinnbild für die Naturschönheiten der Ostseeinsel Usedom verstanden wird. Der Streckelsberg in Koserow gilt als weit über die Grenzen hinaus beliebtes Reiseziel von ruhesuchenden Touristen aus dem In- und Ausland.

Autor: Birger Dimter

Krämerbrücke

Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten Erfurts gehört zweifellos die Krämerbrücke in der Altstadt. Anders, als die meisten Brücken, die nur zur Überquerung von Flüssen oder Gleisen dienen, ist das bekannte Wahrzeichen der Stadt mit Häusern bebaut, ähnlich wie in Florenz die Ponte Vecchio. Die Erfurter Krämerbrücke ist das einzige Bauwerk dieser Art nördlich der Alpen. Sie war Teil eines alten Handelsweges, vor fast 900 Jahren siedelten sich schon die ersten Kaufleute auf ihr an. Damals bestand die Brücke noch aus Holz und wurde daher im Laufe der Geschichte mehrfach bei Bränden zerstört.

Erfurt, Außenansicht der Krämerbrücke
Erfurt, Außenansicht der Krämerbrücke.
Foto: Birger Dimter

Im Jahre 1325 wurde sie erstmals aus Stein errichtet und ebenfalls mit kleinen Buden für die Händler bebaut. An ihrem östlichen Ende entstand die Ägidienkirche und im Westen die inzwischen abgerissene Benediktikirche. Auch diese Gewölbebrücke wurde durch einen Brand verwüstet, aber wieder aufgebaut. Ursprünglich wurden 62 schmale Häuser auf ihr errichtet, die inzwischen aber zu 32 Gebäuden zusammengefasst worden sind. Die meisten von ihnen befinden sich im Besitz der thüringischen Landeshauptstadt.

Durch die beiderseitige, lückenlose Bebauung merken die Passanten, die hier über das Kopfsteinpflaster schreiten, eigentlich gar nicht, dass sie gerade den Fluss Gera überqueren. In den Häusern befinden sich viele kleine Geschäfte, in denen Mode, Antiquitäten und Kunsthandwerk verkauft werden. Doch auch Praxen, Kanzleien und Cafés sind hier zu finden. Viele der alten Häuser mit ihrem Fachwerk sind, für sich allein betrachtet, schon kleine Sehenswürdigkeiten. Die Krämerbrücke ist gewissermaßen ein Freilichtmuseum.

Ende des 19. Jahrhunderts war sogar einmal der Abriss der Brücke geplant. Das Unternehmen scheiterte glücklicherweise, sonst wäre Erfurt um eine bedeutende Attraktion ärmer. Heute werden die Häuschen liebevoll gepflegt und restauriert, ohne dabei ihren Charme einzubüßen. Die „Stiftung Krämerbrücke“ kümmert sich um den Erhalt der historischen Bausubstanz und die Interessen der Anwohner.

Eine Besonderheit ist alljährlich das Krämerbrückenfest im Juni. Dann drängen sich zwei Tage lang auf dem 125 Meter langen Bauwerk noch mehr Menschen als sonst, um die Auftritte zahlreicher Musiker und das traditionelle Abschlussfeuerwerk zu erleben. Und bei dem mittelalterlichen Markttreiben mit Gauklern und Händlern fühlen sich die Besucher in jene Zeit versetzt, als die ersten hier lebenden Krämer der Brücke ihren Namen gaben.
(Beschreibungen weiterer Erfurter Sehenswürdigkeiten finden sich auf www.erfurt-ferienwohnung.de).

Autor: Birger Dimter.