Bernardo Bellotto Canaletto

Bernardo Bellotto, Italienischer Maler (1721 – 1780), der die Hauptstädte Europas im 18. Jahrhundert malte, war ein Schüler von Giovanni Antonio Canal, seinem Onkel in Venedig, und übernahm später dessen Beinamen „Canaletto“. Seine Wirkungsstätten: Rom, Mailand, Turin, Verona, Dresden, Wien, München und Warschau. 1742 reiste Bellotto nach Rom, um antike und moderne Orte der Stadt festzuhalten; 1744 ging er nach Lombardei und malte topografisch getreue Landschaften. In dieser Zeit fing er an, zu einer eigenständigen Bildsprache zu finden. Später wird sein persönliches Stil durch tiefe Horizonte und klares Licht erkennbar. Zwischen 1747 und 1767 reiste er zwischen Dresden, Wien und München, und hinterlis in dieser Zeit zahlreiche Werke.

Bernardo Bellotto Canaletto
Bernardo Bellotto Canaletto. Selbstbildnis in venezianischer Adelstracht (Ausschnitt aus der Idealvedute mit Selbstbildnis von 1765; Warschau, Muzeum Narodowe)
Quelle: Wikimedia Commons

Von 1767 bis zu seinem Tode war er für den polnischen König Stanisław II. August Poniatowski tätig. Und so sind seine letzten Meisterwerke: Stadtansichten Warschaus, die wegen ihrer Detailgenauigkeit auch eine wichtige historische Quelle darstellten – nicht zuletzt für den Architekten, die nach dem II. Weltkrieg die Stadt Warschau originaltreu aus den Trümerhaufen gebaut haben.

Meisterwerke von Bernardo Bellotto:

Park Bomarzo in Italien mit riesigen Steinskulpturen

Der Park, erschaffen im Jahre 1552 von Prinz Orsini, hat zwei bekannte Namen: Heiliger Wald oder Park der Wunder, und ist eine Künstlerische und Kulturelle Anlagen ohne ihresgleichen weltweit. Die Anlage, eine wunderbare Gelände voll Bäume und Pflanzen, ist mit geheimnisvollen und fast megalithischen Steinskulpturen bestückt. Er befindet sich in Lazzio Regione, Provincia Viterbo in Italien.

Park Bomarzo 1
Park Bomarzo.
Foto: Robert F. Barkowski

Die Besichtigung und Spaziergang durch den Park beginnt an einem Tor, dessen Fassade mit dem Wappen der Orsinis verziert ist. Gleich dahinter begrüßen die ersten zwei Skulpturen, die Sphinxen. Danach, wenn man den Pfad zur linken Seite folgt, begegnet man mehrere Figuren, die die ältesten Götter darstellen: Janus, Saturn und andere. Am Ende des Pfades befindet sich eine enorm große Kopf eines Seeungeheuers im Stein gemeißelt. Als nächstes begegnet man eine Skulpturengruppe die der Kampf der Riesen darstellt, eine Kampf zwischen Gut und Böse – der stehende Herkules zerreißt seinen Gegner. Weiter, auf der rechten Seite steht eine megagroße Schildkröte, die auf ihren Rücken eine Frauenfigur trägt.

Park Bomarzo 2
Park Bomarzo.
Foto: Robert F. Barkowski

Diese Frau sollte eine beflügelte Siegesgöttin sein. In der Nähe befindet sich die Skulptur des Pegasus, eines beflügeltes Pferdes, das fortzufliegen versucht. Es gibt auch mehrere Skulpturen, deren Bedeutung noch unbekannt ist, die man auf dem weiterem Rundgang begegnet. Irgendwann stößt man auf eine Nymphen-Gruppe, drei Grazien. Dahinter befindet sich die Venus-Skulptur und ein Theater. Was macht ein Theater Mitte in Skulpturensammlung in einem Park? Weil sich in jedem bedeutendem römischen Garten ein Theater befand. Dann entdeckt man das Schiefe Haus, das aus einem schiefen Felsblock gebaut wurde, es zeigt wie es aussehen würde wenn ein Erdrutsch passierte. Nach einer Reihe steinernen Götter bekommt man die Skulptur des Elefanten zu sehen, der auf der Rücken einen gewaltigen Turm mit einem Führer trägt. Der Elefant wirft mit der Rüssel einen römischen Legionär nieder – in Erinnerung an den gefährlichsten Gegner Roms aller Zeiten, Hannibal Barkas, Anführer der Karthager.

Park Bomarzo 3
Park Bomarzo.
Foto: Robert F. Barkowski

Eine weitere wundervolle Skulptur ist die eines Drachen, der über die Brunnen wacht. Der Drachen war sehr bei den Legionen beliebt, jede Kohorte besaß ein Abzeichen mit seinem Bild. Und dann taucht die Skulptur eines Ungeheuers, genannt Orco, mit weit geöffnetem Mund. Im innerem befindet sich ein Tisch und eine Bank aus Stein. Auf der linken Seite von Orco erscheint der Kantharos, eine Riesenvase. Dann folgen: der Widder, der Cerberus mit drei Köpfen, die Statue der Proserpina, die Löwen und die Furien. Der Rundgang endet bei einem Tempel, deren Kuppel an die Santa Maria del Fiore in Florenz erinnert.

Der Sündenfall

Meisterwerk von Jacopo Robusti Tintoretto.

Öl auf Leinwand, um 1550, 150 x 220 cm; Die dargestellte Szene geht dem Sündenfall unmittelbar voraus: Eva hat die Frucht, die ihr die Schlange dargeboten hat, genommen und reicht sie Adam. Der Körper der jungen Frau ist nur mit einem Zweig bedeckt.

Der Sündenfall
Der Sündenfall.
Quelle: Wikimedia Commons

Tintoretto stellt die Schlange mit dem Kopf eines Säugetiers dar, das bereits einen weiteren Apfel im Maul bereithält. Dass die Schlange als das Tier gilt, das den Menschen versucht, hängt damit zusammen, dass sie in den frühen Kulturen des Orients Symbol der Unsterblichkeit und der Fruchtbarkeit war und damit Objekt der idolatrischen Kulte der Kananäer, der Urbevölkerung des Heiligen Landes.

Im Hintergrund zeichnet sich bereits das unmittelbare Ergebnis des Sündenfalls ab: Ein Engel mit Flammenschwert vertreibt Adam und Eva auf Gottes Befehl aus dem irdischen Paradies. Adam und Eva, beide nackt, laufen ins Dunkel und in die Ungewissheit.

Der hl. Markus befreit einen Sklaven

Meisterwerk von Jacopo Robusti Tintoretto.

Die Gemälde, entstanden 1548 im Auftrag der Scuola Grande di San Marco, ist einer der Glanzpunkte im Schaffen des Meisters, der sich mit diesem Meisterwerk in den venezianischen Künstlerkreisen durchsetzte.

Auf der Leinwand wird eine Geschichte gezeigt, in der ein Sklave aus der Provence sich dazu entschloss, die Reliquien des Heiligen zu verehren, wobei sein Besitzer ihn dafür, durch Blendung und Brechung der Beine, bestrafen wollte. Dem Sklaven kam hl. Markus zu Hilfe und verhinderte die dessen Verurteilung. Markus, der Schutzpatron Venedig, steigt vom Himmel, um den Sklaven von den Ketten zu befreien. Keine der zahlreichen Personen bemerkt die Erscheinung des hl. Markus, aber alle beobachten verblüfft das wunderbare Zerbrechen der Ketten und Folterinstrumente.

Tintoretto: Der hl. Markus befreit einen Sklaven
Tintoretto: Der hl. Markus befreit einen Sklaven.
Quelle: Wikimedia Commons

Tritz der manieristischen Posen sind Tintorettos Figuren von großer Konkretheit und Robustheit geprägt. Der mächtige Körper des Sklaven auf dem Boden bildet gleichsam den perspektivischen Konterpart zum hl. Markus.

Im Hintergrund sind Bauten im klassizistischen Still sichtbar. Unten links auf der Gemälde steht eine bärtige Person, die man als Tommaso Rangone, den gelehrten Arzt identifiziert, der 1562 „guardian grando“ der Scuola Grande di San Marco wurde.

Das Jüngste Gericht

Meisterwerk von Hans Memling

Triptychon, 1467 bis 1471, Ölmalerei auf Eichenholz. Das in Brügge gemalte Triptychon wurde vom Bankier der Medici Jacopo Tani in Auftrag gegeben, doch das Schiff, das es nach Florenz bringen sollte, wurde von einem Hanseschif aus Danzig gekapert und ausgeplündert. Das Gemälde gelangte nach Danzig und wurde ungeachtet der Forderungen des Papstes und Lorenzo il Magnificos nicht zurückgegeben.

Hans Memling, Das Jüngste Gericht
Hans Memling, Das Jüngste Gericht (Nationalmuseum Danzig).
Foto: Robert F. Barkowski

Mitteltafel: hier ist die Auferstehung der Toten und die Scheidung von Seligen und Verdammten, mit dem Wettstreit zwischen Engeln und Teufeln dargestellt.

  • Der Wille Christi lenkt die Weltkugel, zum ersten Mal ist die Hölle nicht als Teil der oberen Welt sondern als echte Unterwelt dargestellt,
  • die Lilie steht für die Barmherzigkeit,
  • Erzengel Michael führt die den Dämon bekämpfende Engelschar an, er steht auf einer weiten Ebene und trennt mit seiner Waage und dem Kreuzstab die guten von den schlechten Seelen. Er trägt eine Lombardische Rüstung aus der damaligen Zeit.

Linker Flügel Die Paradiesespforte, wird beherrscht von den Pforte des Paradieses.

Das Jüngste Gericht, Detail 1
Das Jüngste Gericht, Detail 1 (Nationalmuseum Danzig).
Foto: Robert F. Barkowski
  • Christus als Weltenrichter über die Lünette der Paradiesespforte,
  • von den Zinnen der im gotischen Still erbauten Himmelpforte begrüßen musizierende Engel die Gerechten mit einem Konzert,
  • der Schlüssel ist Attribut des hl. Petrus gemäß der Verbindung Jesu, der Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergab,
  • der hl. Petrus nimmt die Seelen der Geretteten bei ihrem Eintritt in das Paradies in Empfang.

Rechter Flügel Die Hölle; Memling konzentriert sich hier stärker auf die Gestalten und Gesichter der Verdammten als auf die Erfindung von furchterregenden und grotesken Teufeln.

Das Jüngste Gericht, Detail 2
Das Jüngste Gericht, Detail 2 (Nationalmuseum Danzig).
Foto: Robert F. Barkowski
  • Die Verdammten werden von schwarzen Dämonen in das Höllenfeuer getrieben,
  • hier auch ein Engel, der die Trompete bläst.

Geschichte

Im Jahre 1473 befanden sich Hanseatische Städten im Krieg gegen England und den König Edward IV., so genannter Rosenkrieg. Da der Krieg meistens als Kaperkrieg geführt wurde, haben die Hansastädte mehrere Kaperschiffe gebaut, ausgerüstet und gegen englische Flotte geschickt. Eins davon war Peter von Danczk, einer der größten Kraweel im Ostseeraum, das die Danziger Bürger Johann Sidinghusen, Tideman Valandt und Reinhold Niederhoff im Jahre 1472 gekauft haben. 1473 übernahm der Kapitän Paul Beneke das Kommando über das Schiff. Am 27 April 1473 kaperte Peter von Danczk vor der englischen Küste eine florentinisch-burgundische Galeere San Matteo, die von Brügge nach Southampton unterwegs war. Die Beute war enorm, im Wert von 48 000 Goldgulden, unter anderem das Gemälde Das jüngste Gericht, das kurz danach an die Marienkirche in Danzig geschenkt würde.

Hans Memling

Niederländischer Maler (1435 – 1494), geb. in Seligenstadt bei Aschaffenburg, zählt zu den wichtigsten Vertretern der Frührenaissance in Europa und der altniederländischen Kunst. In jungen Jahren befasst sich Memling mit den Werken der Kölner Schule, wobei er frühzeitig Geschmack and der elegeanten Auslegung der Wirklichkeit findet. Später übersiedelt er nach Flandern und absolviert (vermutlich) eine Lehrzeit in der Werkstatt von Rogier van der Weyden in Brüssel. Nach dem Tod des Meisters zieht Memmling 1464 un das reiche und bürgerliche Brügge. Seine Arbeiten verbreiten sich entlang den Handelswegen der Hansestädten bis nach Florenz. Er verarbeitet und verfeinert die Elemente der flämischen Tradition, mit einer Zuneigung zu einer harmonischen und maßvollen Formensprache. Memlings Bilder zeichnet eine melancholische Eleganz.

Hans Memling, Selbstbildnis
Hans Memling, Selbstbildnis auf dem Altar im besitz des Herzogs von Devonshire in Chatsworth 1468.
Quelle: Wikimedia Commons

Meisterwerke von Hans Memling

Schloss und Festung von Manfredonia in Apulien

Die Stadt Manfredonia liegt im italienischen Apulien, Provinz Foggia, an einer felsiger Garagno-Küste der italienischen Adria. Gründungsgeschichte: Im Jahre 1256 gründete Manfred von Hohenstaufen die Stadt Manfredonia und siedelte dort die Flüchtlinge aus Siponto an (Siponto wurde nach dem Erbeben und Infolge der Sarazenen Angriffe praktisch unbewohnbar). Sipponto wurde somit die Urmutter von Manfredonia. Eine Folge von Kriegen, Gewalten und Eroberungen gekennzeichnet die Geschichte von Manfredonia: Goten, Byzantiner, Langobarden, Slawen, Sarazenen, Normannen, Anjou, Spanier, Franzosen und Türken haben abwechselnd die Stadt besetzt, gestürmt und geplündert.

Manfredonia, Blick vom Schloss auf Gargano Küste, Adria
Manfredonia, Blick vom Schloss auf Gargano Küste, Adria.
Foto: Robert F. Barkowski

Manfred war Sohn von Kaiser Friedrich II. und Bianca Lancia, die größte Liebe des Kaisers, der sie, im Sterben liegend, geheiratet hat – somit Manfred Geburt legitimiert würde. Manfred war ein sehr tatkräftiger Adliger seiner Epoche – er war unter anderem König von Sizilien und Fürst von Tarent – der die Politik seines Vaters energisch fortsetzte. Er gab zwar die Bau der Stadt und des Schlosses in Auftrag, erlebte selbst die Fertigstellung nicht mehr; Er fiel in der Schlacht von Benevent am 26. Februar 1266 gegen Karl von Anjou, der an der Spitze eines französisches Heeres von Rom aus zum Kreuzzug gegen Manfred auftrat. Die Sieger haben die Festung vollenden lassen.

Manfredonia, Schlossplan
Manfredonia, Schlossplan.
Foto: Robert F. Barkowski

Die architektonischen Nuancen der Anlage zeigen die Einflüsse der abwechselnden Dynastien und Herrschaften: Hohenstaufen, Anjou, Plantagenet. Obwohl heute in vielen Beschreibungen die Rede von „Schloss des Hauses Anjou-Plantagenet“ ist, zeigt das Schloss mit seiner geometrischen Regelmäßigkeit und der gesamten geradlinigen Struktur seinen architektonischen Baustil auf den schwäbischen Ursprung der Anlage.

Manfredonia, Turm
Manfredonia, Turm.
Foto: Robert F. Barkowski

Das Schloss wurde außerhalb der im Schachbrettmuster angelegten Stadt errichtet. Das Schloss reicht, gänzlich von bebauten Flächen umgeben, ins Meer hinaus. Am Anfang war es von einem tiefen Graben umgeben und an einer Ecke mit der Stadtmauer verbunden. Später baute man einen Mauerring mit drei runden Türmen und eine fünfeckige Bastion „Baluardo dell´ Annunziata“ dazu. Die Türme befinden sich zwischen dem älteren Kern und der angovinischen Mauer. Den Mauerumriss, der zur Verteidigung des Schlosses diente, ziert ein großes Tor – der Eingang zum Schloss. Die mächtigen Eckbollwerken sind charakteristisch für den Baustil der Hohenstaufen – Kaiser Friedrich II. hat allein in Apulien 68 Schlösser und 42 Paläste errichtet.

Seit 1980 befindet sich im Schloss eine Abteilung des Museo Archeologico Nazionale von Manfredonia, mit einer großer Sammlung Daunischer Stelen. Daunier waren Immigranten aus Illyrien, die im 7./6. vorchristlichen Jahrhundert kamen und die Stadt Siponto gründeten. Die Geschichte der Daunier wird durch durch 2000 Stelen dokumentiert. Die Daunischer Stelen sind anthropomorpher Grabmäler aus der Eiszeit, die mit geometrischen Muster, Szenen aus dem Alltag und Darstellungen uralten Mythen geschmückt sind. Jede Stele ist durch eine Kopfabbildung der Person gekrönt, denen die Stele gewidmet ist. Die verschieden, in Stein gereizten und teilweise bemalten Szenen befinden sich auf zwei Seiten einer Stele, und zeigen oft die kompakte Geschichte einer Person, ihre Taten, beruflicher Werdegang und besondere Aktivitäten. Außer der Stelen sind auch andere neolithische Objekte im Museum zu bewundern, fast alle aus den umliegenden Siedlungen um Manfredonia: Masseria Candelaro, Masseria Fontanarosa, Monte Acquilone sowie aus der Scaloria-Höhle.

Manfredonia, Daunische Stele im Archeologische Museum im Schloss
Manfredonia, Daunische Stele im Archeologische Museum im Schloss.
Foto: Robert F. Barkowski

Sehenswertes und Ausflugsziele auf Usedom/Uznam

Usedom/Uznam, eine zauberhafte Ostseeinsel im äußerstem Nordosten Deutschland und Nordwesten Polens, teils deutsch und teils polnisch, mit einem märchenhaftem Sandstrand. Brutheimat von Störchen, Rohrdommeln und Seeadler, und, selbstverständlich ein Paradies für Möwen, die sich alle auf mehreren Seen auf der Insel und auf der Inseln in den Seen verteilen. Auf Usedom befinden sich viele prominente Seebäder, zu den bekanntesten gehören Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, aber auch die kleinere wie Koserow oder Loddin. Im Ahlbeck, z.B., kann man einen herrlichen Blick auf die Ostsee, auf die vorbeifahrende Schiffe und auf das Strandbereichen genießen. Alle Seebäder verbindet eine Strandpromenade, von Zinnowitz bis nach Świnoujście (Swinemünde) und ein Fahrradweg. Wer will kann auch zwischen den Seebäder joggen (oder schwimmen).

Usedom/Uznam
Usedom/Uznam.
Foto: Robert F. Barkowski
Usedom/Uznam
Usedom/Uznam.
Foto: Robert F. Barkowski
Usedom/Uznam
Usedom/Uznam.
Foto: Robert F. Barkowski

In Swinemünde kann man große Hafenrundfahrt erleben. Während der geführten Fahrt passiert man den Leuchtturm, den Massengutshafen, die bekannte „Mühlenbake“ sowie den Containerterminal. Danach geht es weiter vorbei am Marinehafen, dem Fährterminal nach Skandinavien und der Insel Melin bis zum einmaligen U-Boot-Hafen; und die Rückfahrt führt durch die „Alte Swine“ vorbei an der Schiffswerft. Swinemünde ist die größte Stadt auf Usedom und bietet an Sehenswürdigkeiten die Promenade, die historische Bäderarchitektur, den Kurpark mit botanischen Landschaft, den Leuchtturm, Festungsbauwerke und den Hafen.

Aus der drei Fischerdörfern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin wurden Seebäder, die zu den „3 Kaiserbädern“ verschmolzen.

Ahlbeck: ein Badeort seit 1852, mit touristischen Attraktionen wie die 1898 erbaute Seebrücke – auf dem Seebrückenvorplatz thront eine historische, mit Blattgold verzierte Uhr, das Geschenk eines dankbares Kurgastes aus dem Jahr 1911. Außerdem sehenswert sind: Bäderarchitektur, Kirche und Ostseetherme.

Heringsdorf: 1872 haben die Gebrüder Delbrück die „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“ gegründet. Die Heringsdorfer Seebrücke ragt 508 Meter ins Meer hinein; die ganze Dorf ist mit vielen eleganten Villen aus Kaisers Zeiten geschmückt. Im Heringsdorf befindet sich das Museum für Literatur- und Regionalgeschichte, mit Maxim Gorkis Arbeitszimmer. Andere Sehenswürdigkeiten: Kunstpavillon, Muschelmuseum, Kunsteisbahn (im Winter) und Theaterzelt (im Sommer).

Bansin: Tropenhaus, Hans-Werner-Richter-Haus.

Wolgast: Stadtmuseum „Kaffeemühle“, Rungehaus und Malerstube, Dampffährschiff „Stralsund“ mit Museumshafen.

Mölschow: Kulturhof, landwirtschaftliches Erlebnisbereich, Ausstellungshalle mit Utensilien des bäuerlichen Alltags.

Peenemünde: Gedächtniskapelle, Kunsthof Maritim, Historisch Technisches Museum und Informationszentrum, längstes U-Boot Museum der Welt.

Koserow: Seebrücke (261 Meter), Salzhütten, Steilküste (60 Meter) und die Kirche. Die Koserower Salzhütten sind Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden. Sie dienten vor allem als Lager für die Fischer während Heringszeit. Daher werden sie auch Herringspackhütten genannt. In der Heringssaison wurden die Herings gesalzen und in großen Holzfässern gelagert. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es 15 Salzhütten in Koserow, die heute unter Denkmalschutz stehen. In Koserow befindet sich die älteste Kirche an der Usedomer Ostseeküste. Sie ist Ende des 13. Jahrhunderts als kleine Feldsteinkirche erbaut worden.

Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen

Als international etablierter Ort für zeitgenössische Kunst und Skulptur gewinnt das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen seinen einzigartigen Charakter durch die vielschichtigen und spannungsreichen Beziehungen der Kunstwerke zur mittelalterlichen Architektur. Das Museum gehört zu den beliebtesten Touristenzielen des Landes und ist Schnittpunkt der „Straße der Romanik“.

Magdeburg: Kloster Unser Lieben Frauen
Magdeburg: Kloster Unser Lieben Frauen.
Foto: Robert F. Barkowski

Werke der Sammlung des 1974 eröffneten Kunstmuseums werden in den drei Gewölben des Nordflügels gezeigt. Dazu gehören Arbeiten aus der Antike, dem Mittelalter und der Moderne. Ebenso hat dort die Ausstellung Zeitgenössische Kunst seit vielen Jahren einen festen Ort gefunden. Sie zeigt Arbeiten internationaler Künstler seit 1960, aber ebenso Werke mit regionaler Verortung. Die Sammlung Medienkunst besteht seit 2002. Sie wurde im Laufe der Jahre durch wichtige Werke ergänzt und hält eine große gestalterische Bandbreite bereit. Der das Museum umgebende Skulpturenpark entstand 1989. Er konnte während der vergangenen Jahre um wichtige künstlerische Positionen erweitert werden.

Die wechselnden Sonderausstellungen widmen sich ausgewählten Themen der internationalen Gegenwartskunst oder geben Einblick in das Werk richtungweisender Künstler.

Di-So 10.00-18.00 Uhr
Eintritt: 4 Euro, ermäßigt: 2 Euro

Civita di Bagnoreggio, sterbende Stadt auf dem Tuffhügel

Bagnoreggio befindet sich in der Provinz von Viterbo, fast an der Grenze zwischen Latium und Umbrien. Man erreicht die Stadt, indem man auf der Via Casia bis Montefiascone fährt. Civita di Bagnoreggio steht auf einem erdbebengefährdeten Gebiet, das sich um eine Reihe von Vulkanseen erstreckt: von dem Krater der Amiata bis zu jenem von Bolsena, und dann nach Süden gehend jene von Lago di Vico und Bracciano. Die Stadt erhob sich auf einem lamggestreckten Felsen, der von Osten nach Westen orientiert ist, in dominierender Lage auf einer Hochebene, begrenzt von zwei Flüssen.

Bagnoreggio, Stadt auf dem Felsen mit Eselweg
Bagnoreggio, Stadt auf dem Felsen mit Eselweg.
Foto: Robert F. Barkowski
Bagnoreggio: Innenansicht des Stadttores Porta Santa Maria
Bagnoreggio: Innenansicht des Stadttores „Porta Santa Maria“, mit in den Felsen gehauenen Bogen.
Foto: Robert F. Barkowski

Der Ortsname stammt aus dem Mittelalter: Bagnoreggio kommt von Balneum regis, was „das Bad des Königs“ bedeutet, und bezieht sich auf die Thermalquellen, die es in dieser Gegend gab.

Civita di Bagnoreggio steht auf einem instabilen Boden und mit diesem Problem waren schon die ersten Bewohner konfrontiert. Die Ursprunge der Stadt gehen, wie zahlreiche archäologische Funde belegen, auf die Etrusker zurück, wenn nicht gar auf die Villanovianer (IX-VIII Jh. v. Chr.), wie einige Archäologen annehmen. Reiflich durchgedachte Kanalisationsarbeiten der Etrusker, deren Spuren man heute noch in den Fersen von Civita erkennen kann, zielten darauf ab, die Regenwasser abzuleiten. Mit dem Niedergang des römischen Reiches wurden die Instandhaltungsarbeiten der Kanalstollen vernachlässigt, und die Tonerde füllte sich mit Wasser. Parallel dazu entwickelte sich eine intensive Landwirtschaft, was dazu führte, das die Bäume gefällt wurden, die mit ihren Wurzeln den Boden stabilisiert hatten. So begann der Verfall des Gebietes, dem auch ganze Teile der Stadt zum Opfer fielen, und den ältesten Stadtkern isolierte.

Im XIII Jahrhundert wurde die Stadt berühmt als Heimatstadt einer der größten Figuren der Christenheit: des hl. Bonaventura (1217-1274), der General des Franziskanerordens, Kardinal und Theologieprofessor an der Universität von Paris. Sein Geburtshaus in Civita ist seit langem leider verschwunden, von Erdrutschen und Erdbeben verschluckt.

1450 begann der Klarissinnenkloster im süd-östlichen Stadtgebiet Carcere einzustürzen, zwischen 1466 und 1469 stürzte eine Häusergruppe Richtung Lubriano ein, und 1553 verschwand die Straße, die zum Stadttor “Porta di Ponte” führte. Die Stadtchronisten überliefern immer häufiger Nachrichten über Erdabgängen, Einstürzen, Überschwemmungen und Erdrutschen, die Jahr für Jahr Teile der Stadt verschluckten. Die Situation verschlimmerte sich nach den zwei Erdbeben 1695 und 1764.