Włocławek – Kopernikus Code

Włocławek, Leslau an der Weichsel oder lateinisch Vladislavia ist die Hauptstadt von Kujawy im Zentrum Polens. Hier leben 120 000 Menschen (im Ballungsgebiet ca. 300.000 Einwohner). Hier können wir viele Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten (Backsteingotik) besichtigen, u.a. die bekannte Kathedrale und Museen. Włocławek ist eingebettet in einen Naturpark mit vielen Seen und liegt am größten Stausee Polens (Wloclawski Haaf). Die Stadt hat malerische Lage und lange Geschichte (die erste Siedlung gab es schon ca. 3000 v. Ch.).

Kopernikusplatz mit dem Denkmal von Nikolaus Kopernikus und die Kathedralschule (Priesterseminar)
Kopernikusplatz mit dem Denkmal von Nikolaus Kopernikus und die Kathedralschule (Priesterseminar).
Foto: Amadeusz Majtka
Włocławek, Heiliges Johannes des Täufers Kirche
Włocławek, Heiliges Johannes des Täufers Kirche.
Foto: Amadeusz Majtka

Erste deutsche Spuren in Włocławek sind mit den Stadtrechten nach Kulmer Recht und der Nachbarschaft mit dem Deutschen Orden nachweisbar.
Eine sehr wichtige Persönlichkeit, die die deutsche und polnische Kultur verbindet, kann mit Włocławek assoziiert werden. Nikolaus Kopernikus wohnte in den Jahren 1488-91 in Vladislavia. Er wurde hier von seinem Onkel, Lukas Watzenrode, in die Kathedralschule in der Nähe des Maria-Himmelfahrt-Dom geschickt. Diese Schule hatte einen guten Ruf, hier ging z.B. eine mächtige deutsche Familie aus Danzig mit Namen Farber zur Schule.
In Włoclawek finden sich verschiedene Werke deutscher Künstler, u. a. eine Epitaphplatte (1493) von Veit Stoss oder ein Candelabrum (1596) von Hans Meyer im Maria-Himmelfahrt-Dom, Skizzen von Albrecht Altdorfer und Kupferstiche von Heinrich Aldegrever in den Kunstsammlungen im Museum des Kujawier und Dobriner Landes. Sehenswert sind auch Holzschnitte des bekannten deutschen Künstlers Albrecht Dürer und die Kunstwerke vom Augsburger Arbeitsraum im Diözesanmuseum.
Hier gab es seit dem 19. Jh. viele große Unternehmer mit der deutschen Herkunft (Gotfryd Gross, Familie Steinhagen, Ferdinand Bohm, Brüder Cassierer, Wilhelm Haack, Hugo Mühsam, Carl Klauke, Teichfeld & Asterblum). Andere große Persönlichkeiten in dieser Zeit waren: Julian Balthasar Marchlewski, Mitbegründer des Spartakusbundes in Deutschland oder Marie Steiner-von Sivers, Anthroposophin und Schauspielerin. Sehr stark war evangelische (lutherische) Gemeinde. Hier verbrachte seine Kindheit Marcel Reich-Ranicki, Publizist und Literaturkritiker. In den Jahren 1939-45 hieß die Stadt Leslau an der Weichsel. Es wurde eine Aktion „Heim ins Reich“ organisiert und kamen viele deutsche Aussiedler.

Die wichtigste Sehenswürdigkeiten sind: Kopernikusplatz, Priesterseminar (erste Seminar in Polen), berühmtes Diözesenmuseum mit der Kunst von Guercino, Caravaggio und Dürer, Sankt-Vitalis-Kirche (1330), Maria-Himmelfahrt-Dom – gothische Kathedrale, eine der ältesten (1340) und höchsten (87 m) in Polen mit der Skulptur von Veit Stoß, Glasfenster (die ältesten in Polen), Gemälden von Francisco de Zurbaran und Juan Correa de Vivar, Boulevard an der Weichsel, Kirche vom Heilgen Johann der Täufer mit dem Skulptur von Jan Baptist aus Venedig oder Museum des Kujawer und Dobriner Landes (Faiance und Kunstchätze von Anthonis van Dyck, Georg Philipp Rugendas, Rembrandt van Rijn oder Parmigianino).

Civita di Bagnoreggio, sterbende Stadt auf dem Tuffhügel

Bagnoreggio befindet sich in der Provinz von Viterbo, fast an der Grenze zwischen Latium und Umbrien. Man erreicht die Stadt, indem man auf der Via Casia bis Montefiascone fährt. Civita di Bagnoreggio steht auf einem erdbebengefährdeten Gebiet, das sich um eine Reihe von Vulkanseen erstreckt: von dem Krater der Amiata bis zu jenem von Bolsena, und dann nach Süden gehend jene von Lago di Vico und Bracciano. Die Stadt erhob sich auf einem lamggestreckten Felsen, der von Osten nach Westen orientiert ist, in dominierender Lage auf einer Hochebene, begrenzt von zwei Flüssen.

Bagnoreggio, Stadt auf dem Felsen mit Eselweg
Bagnoreggio, Stadt auf dem Felsen mit Eselweg.
Foto: Robert F. Barkowski
Bagnoreggio: Innenansicht des Stadttores Porta Santa Maria
Bagnoreggio: Innenansicht des Stadttores „Porta Santa Maria“, mit in den Felsen gehauenen Bogen.
Foto: Robert F. Barkowski

Der Ortsname stammt aus dem Mittelalter: Bagnoreggio kommt von Balneum regis, was „das Bad des Königs“ bedeutet, und bezieht sich auf die Thermalquellen, die es in dieser Gegend gab.

Civita di Bagnoreggio steht auf einem instabilen Boden und mit diesem Problem waren schon die ersten Bewohner konfrontiert. Die Ursprunge der Stadt gehen, wie zahlreiche archäologische Funde belegen, auf die Etrusker zurück, wenn nicht gar auf die Villanovianer (IX-VIII Jh. v. Chr.), wie einige Archäologen annehmen. Reiflich durchgedachte Kanalisationsarbeiten der Etrusker, deren Spuren man heute noch in den Fersen von Civita erkennen kann, zielten darauf ab, die Regenwasser abzuleiten. Mit dem Niedergang des römischen Reiches wurden die Instandhaltungsarbeiten der Kanalstollen vernachlässigt, und die Tonerde füllte sich mit Wasser. Parallel dazu entwickelte sich eine intensive Landwirtschaft, was dazu führte, das die Bäume gefällt wurden, die mit ihren Wurzeln den Boden stabilisiert hatten. So begann der Verfall des Gebietes, dem auch ganze Teile der Stadt zum Opfer fielen, und den ältesten Stadtkern isolierte.

Im XIII Jahrhundert wurde die Stadt berühmt als Heimatstadt einer der größten Figuren der Christenheit: des hl. Bonaventura (1217-1274), der General des Franziskanerordens, Kardinal und Theologieprofessor an der Universität von Paris. Sein Geburtshaus in Civita ist seit langem leider verschwunden, von Erdrutschen und Erdbeben verschluckt.

1450 begann der Klarissinnenkloster im süd-östlichen Stadtgebiet Carcere einzustürzen, zwischen 1466 und 1469 stürzte eine Häusergruppe Richtung Lubriano ein, und 1553 verschwand die Straße, die zum Stadttor “Porta di Ponte” führte. Die Stadtchronisten überliefern immer häufiger Nachrichten über Erdabgängen, Einstürzen, Überschwemmungen und Erdrutschen, die Jahr für Jahr Teile der Stadt verschluckten. Die Situation verschlimmerte sich nach den zwei Erdbeben 1695 und 1764.

Thüringer Bauernhäuser Rudolstadt

Im Heinrich-Heine-Park des Stadtteils Cumbach im thüringischen Rudolstadt entstand 1914 das erste Freiluftmuseum Deutschlands, die Thüringer Bauernhäuser Rudolstadt. Um die historischen Gebäude zu erhalten und die Lebensweise der Bauern vor mehreren Jahrhunderten zu zeigen, wurde dieses Museum von heimatverbundenen Einwohnern Rudolstadts und Umgebung Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut. Unterstützt wurden sie von der Marie-Richter-Stiftung, die auf eine einflußreiche Fabrikantenfamilie in Rudolstadt zurück geht.

Rudolstadt: Birkenheider Bauernhaus im Winter
Rudolstadt: Birkenheider Bauernhaus im Winter.
Foto: Karin Vogler
Teil des Innenhofes der Thüringer Bauernhäuser Rudolstadt mit den Fachwerkhäusern
Teil des Innenhofes der Thüringer Bauernhäuser Rudolstadt mit den Fachwerkhäusern.
Foto: Karin Vogler

Eines der alten Bauernhäuser wurde im nahegelegenen Unterhasel an der Saale abgebaut, um es dort vorm Zerfall, verursacht u.a. durch häufige Hochwasser, zu retten. Das aus dem Jahre 1667 stammende Unterhaseler Fachwerkhaus wurde Stück für Stück mit den Originalsteinen und -balken am heutigen Museumsstandort wieder aufgebaut.
Ähnlich verfuhr man mit dem Birkenheider Haus, das ursprünglich um 1700 auf der Saalfelder Höhe erbaut worden war.
Diese beiden sehr großen Bauernhäuser bilden den Hauptteil des Museums. Außerdem gehört ein typischer alter Hof mit Scheune, sowie ein nach alten Kräuterkriterien angelegter Garten dazu.

Sowohl im Außenbereich, alsauch im Inneren der Bauernhäuser kann man einen Teil der bäuerlichen Lebensweise von vor über 300 Jahren nachempfinden. So kann man z.B. Feldwerkzeuge wie beispielsweise Pflug und Egge, alte Futtertröge aus der Viehwirtschaft, alte Werkzeuge zur Honiggewinnung und Vieles mehr bestaunen.
Ein modernes Insektenhotel bereichert den Freiluftbereich.
Im Inneren der Thüringer Bauernhäuser sind verschiedenste Einrichtungsgegenstände der Bauern aus vergangener Zeit zu sehen, wie z.B. die von der Küche aus über 2 Etagen beheizten Kachelöfen, Butterfässer, Kuchenformen, immerwährende Kalender, ein Webstuhl, Kinderwiegen, Betten mit Vorhängen, hinter denen Gardinenpredigten gehalten wurden und viele weitere interessante alte Sachen.
Auch den Unterschied zwischen einfachen Waldbauern und Landbauern Mitteleuropas kann man hier kennen lernen.
Besonders erwähnenswert ist die Rohrbacher Apotheke im Birkenheider Haus. Hier wird gezeigt, welche einfachen natürlichen Möglichkeiten früher zur Verfügung standen, um Heil- und Arzneimittel herzustellen und zu verkaufen. Die Olitätenhändler hatten es sehr schwer, mit ihren Heilmitteln über die Wälder von einem Dorf ins andere zu ziehen. Auch ihre Tätigkeit wird in den Rudolstädter Bauernhäusern demonstriert und einige ihrer Mitbringsel aus anderen, weit entfernten Gegenden bis hin zur Nordseeküste ausgestellt. Aus der Zeit, als die Olitätenhändler und Kräutersammler seßhaft wurden und sich die ersten Apotheken entwickelten, stammt die Einrichtung der Rohrbacher Apotheke in den Thüringer Bauernhäusern.

Je nach Jahreszeit kann man sich im bäuerlichen Kräutergarten über die typischen Kräuter Thüringens informieren.
Man kann das Museum von April bis Ende Oktober täglich besuchen. Auf Wunsch werden die Touristen auch geführt.

Der Hof und die Wiesen der Thüringer Bauernhäuser im Rudolstädter Heinepark werden auch häufig für Freiluftveranstaltungen wie kleine Theaterstücke, Open-Air-Kino u.s.w. genutzt.

Aber auch im Winter sind die Thüringer Bauernhäuser von außen im Rahmen eines Spaziergangs durch den Heine-Park ein lohnenswertes Ziel und beliebtes Fotoobjekt. Vom Park aus hat man einen interessanten Ein- und Überblick über den Zaun hinweg auf Hof und die Außenansichten der Bauernhäuser.

Adresse: Große Wiese 2 in 07407 Rudolstadt

Schloss Heidecksburg

Die Heidecksburg ist das Wahrzeichen des thüringischen Rudolstadt und weithin sichtbar. Seit 1571 diente die Heidecksburg als Residenzsitz der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Heute befinden sich darin zahlreiche Museen, die Büros der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und das Thüringer Staatsarchiv.

Rudolstadt: Schloss Heidecksburg
Rudolstadt: Blick zur Heidecksburg, zu sehen ist ein kleiner Teil des Westflügels und ein großer Teil der Südseite.
Foto: Karin Vogler

Nach einem großen Brand im Jahre 1735 erfolgte der letzte größere Umbau. Seither prangt das grandiose Barockschloß auf dem Hainberg über der Stadt Rudolstadt im Saaletal.
Der Dichterfürst Friedrich von Schiller erhielt hier 1799 seinen Adelstitel. Auch Johann Wolfgang von Goethe war hier zu Gast.
Heutzutage kann jeder interessierte Tourist oder Einwohner die prunkvollen Festräume im Rahmen einer Führung besuchen, ebenso die sich im Südflügel befindenden und für Besucher wieder hergerichteten ehemaligen Wohnräume der Fürsten.
In den Museen der Heidecksburg kann man sich u.a. über die Regionalgeschichte, Gemälde, das weiße Gold – das auch in Rudolstadt hergestellte Porzellan, Sammlungen des Naturhistorischen Museums, die Schwarzburger Grafen und Fürsten und Vieles mehr informieren.
Regelmäßig wechselnde und Dauerausstellungen laden Groß und Klein auf die Heidecksburg ein. Eine neuere Dauerausstellung heißt „Rococo en miniature“ und zeigt wundervoll gestaltete Schlösserwelten im Kleinformat.

Die Südseite der Heidecksburg mißt etwa 150 m. Davor schließen sich in östlicher Richtung Terassen und der Schloßgarten mit dem Schallhaus an.
Der älteste Teil des Schlosses ist der Nordflügel. Auch der ehemalige Marstall erstreckt sich in nordöstlicher Richtung. Aus Richtung Ost-Südost betrachtet, z.B. von der neuen Stadtbrücke aus, sieht man in die U-förmige Anordnung der Burganlage hinein.
Früher ritt man zu Pferde durch einen Teil des Gebäudes hindurch und gelangte so von einem der Aufgänge von der Stadt direkt in den Hof der Heidecksburg. Dieser Weg ist jetzt für Fußgänger nutzbar und größtenteils mit dem in und um Rudolstadt gewonnenen Saale-Kieselpflaster bepflastert.
Sowohl der Innenhof, alsauch angrenzende Flächen werden häufig für Open-Air-Veranstaltungen genutzt, beispielsweise während des jährlichen Tanz- und Folk-Festivals, aber auch zu vielen anderen Veranstaltungen.

Von der Heidecksburg aus hat man einen wunderbaren Blick auf die gesamte Stadt, die sich über 10 km an der Saale entlang zieht.
Bei guter Sicht kann man nicht nur auf Rudolstadt selbst schauen, sondern in südwestlicher Richtung auch bis zum benachbarten Saalfeld und in östlicher Richtung weit über Kirchhasel und Uhlstädt hinaus.

In Stadtführungen spielt die Heidecksburg zwar selbstverständlich eine Rolle, ist aber als Besichtigungsobjekt selbst nicht enthalten, weil dies jeglichen Zeitrahmen einer Stadtführung sprengen würde.
Einen Besuch auf der Heidecksburg, der auf jeden Fall zu empfehlen ist, sollte man also zusätzlich einplanen.
Die Heidecksburg ist sowohl zu Fuß, alsauch mit Bus und PKW erreichbar.

Die geheimnisvolle, unterirdische Karst Welt

In Slowenien gibt es űber 8000 registrierte Karsthöhlen. Der Karst im Westen Sloweniens hat allen weltweiten karsterscheinungen den Namen gegeben. Die Karstwelt ist geheimnisvoll. Auf der Oberfläche rote Erde, in Stein gehűllte Dörfer. Und unter der Oberfläche? Niemals ausgezählte Karstgrotten! Ein fűr die ganze Welt bedeutendes Naturerbe!

Thron Koenig Matjaž, Županova jama, Grosuplje
Thron Koenig Matjaž, Županova jama, Grosuplje.
Foto: Mateja Kregar Gliha

Die gröβte und die bekannteste ist die Grotte von Postojna. Die Grotte von Postojna hat im Jahre 1819 damaliger österreichische Thronfolger Ferdinand I. besucht- das gilt als Anfang des organisierten Tourismus in Postojna. Bis heute haben die Grotte schon mehr als 34 Millionen Gäste besucht.In ihrem mit Tausenden Tropfsteinen geschműckten Konzertsaal können bis zu 10.000 Personen zugleich gelegentlicher Konzertmusik lauschen. In dieser Grotte lebt auch das gröβte Grottenwirbeltier: der Grottenolm oder Proteus anguinus, der einst fűr ein Drachenjunges gehalten wurde! Hier befindet sich auch das älteste unterirdische Postamt der Welt.

Nicht weit weg befinden sich die Höhlen von Škocjan. Die Grotten von Škocjan mit ihren wilden Schluchten und dem gröβtem unterirdischen Canyon auf der Welt gehören seit 1986 zum UNESCO Welterbe.

Fűr klein aber fein gilt Županova jama oder Burgermeister’s Grotte in Grosuplje, in der Nähe der Haupstadt Sloweniens Ljubljana. Die űberrascht uns mit ihren Formen, eine der feinsten Stalagmiten und Stalaktiten, Säulen und anderen Karsterscheinungen!

Von dieser Grotte wurden sogar Filmredakteuren von Winnetou begeistert. Im Karl May’s Film Old Surehand (Teil 2, Jahr 1964) wurde das General’s Geheimversteck »Labyrinth of Death« in der Burgermeister’s Grotte gedräht!

Der Grüne Ring der Stadt Zittau

Die Stadt Zittau hatte im Verlaufe der Jahrhunderte viele Beinamen. Bekannt ist sie auch als Die Reiche, die Stadt im Oberlausitzer Sechsstädtebund, die Stadt im Dreiländereck und die Stadt der Fastentücher. Interessant ist der gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern, der umschlossen ist von Resten der Stadtbefestigung. Diese erinnert an die Erteilung des Stadtrechtes durch Ottokar II. im Jahre 1254.

Zittau, die Kleine Bastei mit Resten der Stadtmauer
Zittau, die Kleine Bastei mit Resten der Stadtmauer.
Foto: Klaus Stich

Eine in den 500 Jahren bis 1277 errichtete 10 Meter hohe Stadtmauer, die unterbrochen war von Befestigungsbauwerken, wie 4 Stadttoren mit Zugbrücke, 12 Wehrtürmen, zwei Ausfallpforten und 13 Bastionen, schützte die Bürger von Zittau vor Angriffen. An den Bauwerken wurde ständig gearbeitet. Die Stadtmauer wurde ab 1513 erhöht und verdoppelt. Die Stadt glich danach einer Festung. Noch im Jahre 1706 wurde die gesamte Stadtmauer neu geweißt. Doch bereits 1732 begann man damit, den Stadtgraben zu verfüllen. Die Stadt brauchte Bauland für öffentliche Gebäude.
Nach den Zerstörungen durch den Siebenjährigen Krieg am 23. Juli 1757, in dem die Österreicher die von Preußen besetzte Stadt einnahmen und das Rathaus, die Johanniskirche und viele andere Gebäude der Stadt in Schutt und Asche legten, entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Leitung des bekannten Baumeisters und Stadtbaudirektors C. A. Schramm, einem Schüler Schinkels, Zittaus Stadtkern in neuer Schönheit.

Damals fassten die Bürger der Stadt den Beschluss, die Funktion der Stadtmauer aufzugeben. 1820 wurde für das gesamte Areal des Grünen Ringes, das sich nun entlang des 3 Kilometer langen Stadtgrabens der Stadtbefestigung erstreckt, ein Planungskonzept erstellt. Der damalige Zittauer Bürgermeister E. F. Haupt suchte und fand dafür professionelle Hilfe in einem Mitarbeiter des Gärtners, der damals im Auftrag von J. W. Goethe und des Herzogs Karl August zu Sachsen-Weimar tätig war. Der Gärtnerbursche Joachim Friedrich Zischling war es, der für die Entstehung des Zittauer Grünen Ringes und für die heutige Gestalt der Anlagen südlich der Kirche zum Hl. Kreuz, die auch das Große Zittauer Fastentuch aus dem Jahre 1472 beherbergt, verantwortlich war. Die Zeit der Umgestaltung des Grünen Ringes dauerte noch bis 1914 an.

Das Schleifermännel am Jungfernbrunnen, heute bekannter als Schleifermännelbrunnnen, ist seitdem ebenfalls zu einem Sinnbild der Stadt geworden, wie die Krokuswiese unter der uralten Platane am Grünen Ring aus dieser Zeit, die später Herrn Zischling gewidmet wurde.
Südlich an die Fleischerbastei angelehnte blüht seit 1907 die Blumenuhr. Daneben spielt das Meißner Glockenspiel, das 1966 von Zittauer Handwerkern gestiftet wurde, halbstündlich bekannte Volkslieder, wie das „Oberlausitzlied“ oder „Sah ein Knab ein Röslein stehen“.

Ein Denkmalpfad führt Sie bei einem Besuch in Zittau darüber hinaus zu vielem Interessanten und Sehenswerten:
– das städtische Museum im ehem. Franziskanerkloster und die Klosterkirche
– die ehemaligen Bierkeller und die Bürgerhäusern selbst, in denen sie sich befinden
– Zittaus Brunnen – der Rolandbrunnen, der Grüne Born, der Herkulesbrunnen, der Schwanenbrunnen, der Samariterinnenbrunnen und der jüngste aus dem Jahr 1977, der Marktweiberbrunnen auf dem Klosterplatz
– die bereits erwähnten Bauten des Stadtbaudirektors Schramm, das Zittauer Rathaus in seiner jetzigen Gestalt, die Johanniskirche und die Baugewerkeschule
– das 1711 erbaute achtgeschossige Zittauer Salzhaus, auch Marstall u.v.a.

Wir laden Sie herzlich in unsere Stadt ein.

Das Ulmer Münster

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts haben die Ulmer Bürger beschlossen, eine Kirche innerhalb der Stadtmauern zu bauen, und die Grundsteinlegung fand am 30. Juni 1377 statt. Die im gotischen Baustil errichtete Kirche, bekannt als Ulmer Münster, wurde zwar erst 1890 vollendet, dafür aber mit einem 161,53 m hohem Turm – der höchste Kirchturm der Welt.

Ulm, das Ulmer Münster, Innenansicht
Ulm, das Ulmer Münster, Innenansicht.
Foto: Federica Tozzi

Und dieser Turm ist heute ein Markenzeichen, nicht nur für das Münster sondern für die Stadt Ulm selbst. Er beherrscht die Gegend und die Stadt optisch – egal von welcher Richtung man sich auf Ulm zubewegt, der Turm sticht als erstes ins Auge; das ist wie in Berlin, egal wo man sich gerade befindet, man kann fast immer den Fernsehturm auf dem Alexanderplatz als Bezugspunkt annehmen. Der Turm des Ulmer Münster prägt deshalb auch viele Motive und Logos, ob von Firmen oder von verschiedenen Organisationen. Im Grunde ist er eine sehr solide Konstruktion: drei Rechteckgeschosse – Glockenraum, Martinsfenster und Vorhalle – umrundet von massiven Pfeilern, die ungefähr 70 m hoch sind.

Über die Baumeister und Baugeschichte kann man sagen, dass die erste Bauperiode sehr wichtig war: der Bau des Chors und die Entstehung der ganzen Anlage. Interessant ist der Fund einer Grabplatte – 2 m lang, 0,90 breit und 30 cm dick, die ohne Inschrift im Inneren der Kirche gefunden wurde, 40 cm tief waagerecht im Boden unter dem nordöstlichen Tor der Kirche – er gibt Anlass zu spekulieren: ist die Platte dem ersten Baumeister gewidmet? Oder nicht einem einzelnen sondern den ersten drei Kirchenbauern gemeinsam? Ein späterer Baumeister wurde urkundlich und namentlich erwähnt: Ulrich von Ensingen, er wird am 17. Juni 1392, im Alter von 30 Jahren vom Ulmer Rat für fünf Jahre als Kirchenmeister bestellt. Später spricht man von der „Epoche der Parler“, der „Epoche der Ensinger“ und der „Epoche der Böblinger und Engelberger“. Die Parler waren eine Familie von Kirchenbaumeistern, der erste von ihnen war Heinrich Parler und ihm folgten Michael Parler und Heinrich Parler d. J. – insgesamt dauerte ihre Epoche von 1377 bis 1391.

Nicht nur von Außen ist das Münster ein bemerkenswerter und bedeutender Bau und ein wahres Kunstwerk der Architektur. Auch die innere Ausstattung ist beeindruckend und hat die Besucher vieler Jahrhunderte fasziniert. Auf der Treppenbrüstung gegen Osten sind eine Menge Namen und Ziffern von Besuchern eingeschnitten; von hervorragender Schönheit ist eine Kanzeldecke aus Lindenholz, eine der wunderbarsten Schnitzarbeiten des Mittelalters. In seinem prachtvollen Aufbau ist eine kleine Treppe mit durchbrochenem Geländer angebracht. Im Chorraum sind noch sechs mittelalterliche Farbfenster gut erhalten. Das Fenster in Nord-Ost Richtung zeigt Szenen aus dem Leben der beiden Johannes. Die obere Hälfte zeigt die Geschichte Johannes des Täufers mit den dazu gehörigen Szenen wie Jesus‘ Taufe oder das Gastmahl des Herodes. Die untere Fensterhälfte zeigt dagegen die Geschichte des Evangelisten Johannes: seine Geißelung, seine Folterung in siedendem Öl und seine Vision auf Patmos. Überhaupt spielen Fenster eine große Rolle in der gesamten Architektur des Ulmer Münsters. Sie sind in verschiedenen Epochen und Kunststillen entstanden. Zu den ältesten gehören die Reste der mittelalterlichen Glasmalerei im Langhaus. Zu den neuesten gehört zum Beispiel das Israelfenster (südliche Eingangshalle) von Hans G. v. Stockhausen und zwei Fenster von Peter-Valentin Feuerstein („Verheißung“ und „Erfüllung“) – von 1985.

Der Neptunbrunnen am Langen Markt in Gdańsk

Der Neptunbrunnen in Gdańsk (dt. Danzig) steht am Langen Markt zwischen Artushof und Rathaus. Im Jahr 1617 entschied der Danziger Bürgermeister Bartolomäus Schachmann, dass Gdańsk mehr schmuckvolle Skulpturen und Denkmäler braucht, um die Macht der Patrizierfamilien und ihren Reichtum eindrucksvoll zu präsentieren. Selbstverständlich sollten die Kunstwerke prachtvoll und von namhaften Künstlern erschaffen werden. Auf der exponierten Fläche zwischen dem Rathaus und dem Artushof bot sich ein geeigneter Platz für ein Denkmal, das auch die Vorherrschaft Gdańsk an der Ostsee zum Ausdruck bringen sollte – man wählte die Figur des Neptuns (griechisch Poseidon), den Gott der fließenden Gewässer, der springenden Quellen und des Meeres in der antiken Mythologie – passender ging nicht.

Gdańsk (Danzig), Der Neptunbrunnen
Gdańsk (Danzig), Der Neptunbrunnen (mit Rathaus im Hintergrund).
Foto: Robert F. Barkowski

Einen geeigneten Künstler zu finden war eine leichte Aufgabe für Schachmann: in Gdańsk wimmelte es zu der Zeit von Künstlern aller Arten und Sorten. Den Auftrag für das Konzept des Denkmals hat Abraham van den Blocke bekommen, Mitglied einer Danziger Künstlerfamilie, die im Jahre 1573 aus dem niederländischen Mechelen nach Gdańsk umgesiedelt war. Der Entwurf wurde im Jahre 1618 fertig. Die Neptunfigur selbst wurde von den Danziger Künstlern Peter Husen und Johann Rogge modelliert und dann in Augsburg vom Meister Hans Reichel in Bronze gegossen, was 1621 geschah. Abraham van den Blocke hat am Schluss noch die Steinmetzarbeiten durchgeführt: Becken, Schale und Säule, was sieben weitere Jahre dauerte, da er auch die Seepferde, Delphine und Löwenköpfe des Brunnens ausgearbeitet hat. Die gesamte Brunnenanlage wurde im Jahre 1633 fertig gestellt und ein Jahr danach kam das kunstvoll geschmiedete Gitterwerk um den Brunnen dazu. Die reichen, kunstfreundlichen Patrizier spendeten für den Neptunbrunnen über 100 000 Danziger Gulden. Der Sockel des Brunnens und die Wasserbecken wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch J..K. Stender, umgebaut. Das Wasser tritt vor allem an drei Stellen aus: am Dreizack in Neptuns rechter Hand, bei den Seepferdchen, die sich zu seinen Füßen befinden und am Rand des Denkmalsockels.

Seine jüngste Renovierung, nach fast 400 Jahren, verdankt die Statue den Fußballeuropameisterschaften 2012 in Polen und Ukraine.

Bauwerke von Architekt Jože Plečnik in Ljubljana

Jože Plečnik ist ein einmahliger slowenische Architekt. Er lebte zwischen 1872 und 1957. Sein Werk erstreckt sich zwischen Wien, Prag, Ljubljana und ein kleiner Teil in Kroatien und Serbien. Die meisten Bauwerken wurden zwischen den beiden Weltkriegen entworfen, aber sein Werk bedeutete in den 80er Jahren eine regelgrechte Entdeckung fűr die ganze Welt. Im Jahr 1986 wurde im Pariser Kulturzentrum Georges Pompidou sein Beitrag zum Prag des Präsident Tomaž G. Masaryk besonders beleuchtet.

Ljubljana, National- und Universitätbibliothek
Ljubljana, National- und Universitätbibliothek.
Foto: Mateja Kregar Gliha

Jože (Josef) Plečnik studierte in Graz und Wien, aber im Jahr 1921 begann seine Kunstbeilage in der Geburtsstadt. Die Ljubljana’s Zeit war bis zum Tod fruchtbar und das merkt man noch immer heute in fast jeder Stadtecke. Im Zentrum bewundert man die drei Brűcken, die Markthallen, das »Bűgeleisen« Haus, das Ursulinengymnasium, die Mariensäule, das Križanketheater-das ehemalige Kloster des Deutschen Ritterordens, der Platz der Französische Revolution, die Vega Strasse, die Burg Schanzen, die Römische Mauer, etc. Unter den Werken in Ljubljana zählt die National- und Universitätsbibliothek in Novi trg zu seinen qualitätsvollen Arbeiten.

Die schönste und die beeindrucksvolle sind aber seine Kirchen und Kirchenausstattungen, wie Taufkesseln, Kirchenartikeln, kleine Kapellen. Man muss unbedingt die St. Franziskus Kirche in Šiška und St Michaels Kirche in Črna vas sehen. Mit denen versuchte er eine neue Qualität des modernen Kirchenbaus zu definieren.

Einmalig ist der Komplex der Leichenhallen auf dem Friedhof Žale, der zählt zu der bedeutendsten Friedhofsarchitektur Europas. Da ist Jože Plečnik im Familengrab begraben.

Um Jože Plečnik zu verstehen, muss man aber sein Haus- heute Museum in Trnovo besuchen. Ein Blick auf sein Leben gibt uns eine Chance, diesen einzigartigen Architekt etwas besser zu verstehen. Es scheint, das alles was er berűhrte, verzaubert wurde. Und alles was er dazu sagte war:

»Ich bin nur ein Bleistift in den Händen des Gottes!«

Der erste Baumwipfelpfad in Tschechien

Was ist ein „Baumwipfelpfad“? Es ist ein gerader oder serpentinenartiger Weg oder eine Brücke, meist aus Holz, die sich in der Höhe zwischen den Baumkrönen windet. Die Konstruktion besteht aus mehreren Plattformen, Holzplanken oder Brücken, Brückenpfeilern und Stegen. Sie bietet die atemberaubende Möglichkeit für Wanderungen und Spaziergänge – über den Bäumen, in 20, 30 oder gar 40 Metern Höhe. Ist das nicht spannend, weit über dem Waldboden spazieren zu gehen, die Natur aus einer ganz neuen und einzigartigen Perspektive zu erleben und dabei eine grandiose Aussicht zu genießen? Ein Baumwipfelpfad kann auch verschiedene andere Namen haben – je nach Land, Region, Sprache und Dialekt sind folgende Bezeichnungen gebräuchlich: Baumkronenpfad, Baumkronenweg, Baumwipfelpfad, Waldwipfelweg, Wipfelpfad usw. Baumwipfelpfade sind inzwischen an vielen europäischen Orten zu finden und es kommen stetig neue dazu.

Die bekanntesten gibt es in Deutschland und Österreich, doch neulich wurde ein Baumwipfelpfad in Lipno, in der Tschechischen Republik, am 31.07.2012 durch den tschechischen Präsidenten Václav Klaus feierlich eröffnet. Lipno nad Vltavou am Moldaustausee ist ein bekannter Urlaubsort mit vielen touristische Einrichtungen. Der Ort bietet sowohl im Sommer als auch im Winter interessante Angebote und Attraktionen, wie zum Beispiel das Skigebiet Kramolin, den Naturpark Vyšebrodsko, die Naturschutzgebiete Čertova stěna (Teufelswand) und Luč (Kienberg), oder Sehenswürdigkeiten wie ein Granitmassiv und die Reste eines Urwaldes. Nicht zuletzt deswegen zählt die Region heute zu den beliebtesten Erholungsgebieten Tschechiens. Hervorragende Übernachtungsmöglichkeiten verwöhnen die Gäste; zum Beispiel im Frymburk, nur 6 km von Lipno entfernt. Von dort kann man den Baumwipfelpfad in Lipno schnell und gut erreichen.

Dem Baumkronenpfad liegt die Idee zugrunde spielerisch Umweltbildung und Forschung zu vereinen, den Besuchern einerseits ein einzigartiges Naturerlebnis zu vermitteln und anderseits das Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge im Kronenbereich eines Waldes zu fördern. Doch mehr als bei anderen Baumwipfelpfaden begeistert hier der Schwerpunkt auf dem spielerischen Element mit zahlreichen Schaukeln, Wippen und ähnlichen Elementen.

Bauwerk

Errichtet auf dem 900 Meter hohen Bergrücken Kramolin im Böhmerwald, mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm/Baumturm, der den Blick auf den Nationalpark Šumava, den Moldaustausee und die Berge öffnet. Auf dem ca. 675 Meter langen Baumwipfelpfad befinden sich 12 Ergebnisstationen und eine 52 Meter lange Rutsche. Der Pfad selbst ist überwiegend aus Holz gebaut und barrierefrei, was Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern einen bequemen und unbeschwerten Besuch ermöglicht. Die massiven hölzernen Geländestützen und das Geländenetz sorgen für vollkommene Sicherheit.