Włocławek – Kopernikus Code

Włocławek, Leslau an der Weichsel oder lateinisch Vladislavia ist die Hauptstadt von Kujawy im Zentrum Polens. Hier leben 120 000 Menschen (im Ballungsgebiet ca. 300.000 Einwohner). Hier können wir viele Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten (Backsteingotik) besichtigen, u.a. die bekannte Kathedrale und Museen. Włocławek ist eingebettet in einen Naturpark mit vielen Seen und liegt am größten Stausee Polens (Wloclawski Haaf). Die Stadt hat malerische Lage und lange Geschichte (die erste Siedlung gab es schon ca. 3000 v. Ch.).

Kopernikusplatz mit dem Denkmal von Nikolaus Kopernikus und die Kathedralschule (Priesterseminar)
Kopernikusplatz mit dem Denkmal von Nikolaus Kopernikus und die Kathedralschule (Priesterseminar).
Foto: Amadeusz Majtka
Włocławek, Heiliges Johannes des Täufers Kirche
Włocławek, Heiliges Johannes des Täufers Kirche.
Foto: Amadeusz Majtka

Erste deutsche Spuren in Włocławek sind mit den Stadtrechten nach Kulmer Recht und der Nachbarschaft mit dem Deutschen Orden nachweisbar.
Eine sehr wichtige Persönlichkeit, die die deutsche und polnische Kultur verbindet, kann mit Włocławek assoziiert werden. Nikolaus Kopernikus wohnte in den Jahren 1488-91 in Vladislavia. Er wurde hier von seinem Onkel, Lukas Watzenrode, in die Kathedralschule in der Nähe des Maria-Himmelfahrt-Dom geschickt. Diese Schule hatte einen guten Ruf, hier ging z.B. eine mächtige deutsche Familie aus Danzig mit Namen Farber zur Schule.
In Włoclawek finden sich verschiedene Werke deutscher Künstler, u. a. eine Epitaphplatte (1493) von Veit Stoss oder ein Candelabrum (1596) von Hans Meyer im Maria-Himmelfahrt-Dom, Skizzen von Albrecht Altdorfer und Kupferstiche von Heinrich Aldegrever in den Kunstsammlungen im Museum des Kujawier und Dobriner Landes. Sehenswert sind auch Holzschnitte des bekannten deutschen Künstlers Albrecht Dürer und die Kunstwerke vom Augsburger Arbeitsraum im Diözesanmuseum.
Hier gab es seit dem 19. Jh. viele große Unternehmer mit der deutschen Herkunft (Gotfryd Gross, Familie Steinhagen, Ferdinand Bohm, Brüder Cassierer, Wilhelm Haack, Hugo Mühsam, Carl Klauke, Teichfeld & Asterblum). Andere große Persönlichkeiten in dieser Zeit waren: Julian Balthasar Marchlewski, Mitbegründer des Spartakusbundes in Deutschland oder Marie Steiner-von Sivers, Anthroposophin und Schauspielerin. Sehr stark war evangelische (lutherische) Gemeinde. Hier verbrachte seine Kindheit Marcel Reich-Ranicki, Publizist und Literaturkritiker. In den Jahren 1939-45 hieß die Stadt Leslau an der Weichsel. Es wurde eine Aktion „Heim ins Reich“ organisiert und kamen viele deutsche Aussiedler.

Die wichtigste Sehenswürdigkeiten sind: Kopernikusplatz, Priesterseminar (erste Seminar in Polen), berühmtes Diözesenmuseum mit der Kunst von Guercino, Caravaggio und Dürer, Sankt-Vitalis-Kirche (1330), Maria-Himmelfahrt-Dom – gothische Kathedrale, eine der ältesten (1340) und höchsten (87 m) in Polen mit der Skulptur von Veit Stoß, Glasfenster (die ältesten in Polen), Gemälden von Francisco de Zurbaran und Juan Correa de Vivar, Boulevard an der Weichsel, Kirche vom Heilgen Johann der Täufer mit dem Skulptur von Jan Baptist aus Venedig oder Museum des Kujawer und Dobriner Landes (Faiance und Kunstchätze von Anthonis van Dyck, Georg Philipp Rugendas, Rembrandt van Rijn oder Parmigianino).