Jan Matejko

Polnischer Maler (1838 – 1893 in Krakau), Vertreter des polnischen Positivismus, Erschaffer mehrerer bekannter historischen Gemälden, davon einige mit Schlachtenszenen von berühmten Schlachten in der Geschichte. In seiner ersten Werken hat sich Matejko religiöser Motiven gewidmet.

Jan Matejko
Jan Matejko. Selbstportät, 1892.
Quelle: Wikimedia Commons

Weil er aber Schwierigkeiten damit hatte, über Geschichte zu reden oder zu schreiben, hat sich entschlossen, Geschichte zu malen. Er hat auch sehr viele Portraits gemalt, entweder von zeitgenössischen Menschen oder von historischen Personen. Für seine Meisterwerke weltweit mit mehreren Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit L’Ordre national de la Légion d’honneur – Ehrenlegion, wichtigstem französischerm Verdienstorden. Matejko war Mietglied in mehreren Kunstakademien: in Paris, Prag, Berlin, Wien, Krakau sowie in Urbino. Letztendlich war er Direktor der Krakauer Akademie der Schönen Künste. Zu seinen Schüler zählen u.a. Maurycy Gottlieb, Jacek Malczewski, Józef Mehoffer und Stanisław Wyspiański.

Bei den dargestellten historischen Szenen war ihm eine historiosophiesche Synthese wichtiger als die Faktendarstellung. Sein Still war von Paolo Veronese i Tizian beeinflusst.

Großen Einfluß auf seine künstlerische Entwicklung hatte die Niederschlagung des gegen die russische Besatzungsmacht gerichteten Aufstands von 1863. Immer stärker befaßte er sich jetzt mit Fragen der nationalen Identität, war bemüht, all jenen Trost und Hoffnung zu spenden, die das Vetrauen in eine Wiederkehr des polnischen Staates zu verlieren drohten. Als sein Werk „Die Schlacht bei Grunwald“ in den westeuropäischen Metropolen ausgestellt wurde, waren es die Französen, die Lobeshymnen auf Matejko anstimmten. In der Zeitung Le Gaulois hieß es in der Ausgabe vom 30. Mai 1880: „Wenn ein Künstler die Bezeichnung eines Malers der Nation verdient hat, so ist es sicher der Schöpfer des Grunwald-Bildes…“.

Der Nachwelt hinterließ Matejko 246 Bilder und Portraits.

Meisterwerke von Jan Matejko

Die Preußische Huldigung

Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi

Meisterwerk von Jan van Eyck.

Öl auf Holz, 1432; Auf der Gemälde Franziskus empfing die Wundmale des Gekreuzigten an Händen, Füßen und Brust. Das herausstellende Merkmal wurde zu seinem ikonographischen Attribut. Der Gekreuzigte mit den Flügeln eines Seraphs drückt Franziskus die Stigmata auf – die bildliche Umsetzung der Vision, die der Heilige auf dem Berg La Verna hatte.

Jan van Eyck: Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi
Jan van Eyck: Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi.
Quelle: Wikimedia Commons

Die gebirgige und felsige Landschaft ist eine faszinierende Erfindung des flämischen Meisters. Die Farbtöne der Felsen und Bäume sind mit dem Braun der Kutten der beiden Mönche abgestimmt.

Die Gestalt des Bruder Leo, des Gefährten von Franziskus, bildet einen geometrisch geschlossenen Körper, der an Giotto erinnert.

Jan van Eyck

Jan van Eyck (um 1390-1441), niederländischer Maler, einer der einflussreichsten Künstler des 15. Jh. in Europa, mit Wirkungsstätten in Haag, Tournai und Brügge. Die Malerei Jan van Eycks ist die Offenbarung eines neuen Universums: Jedes seiner Bilder ist ein Mikrokosmos für sich.

Die Ausbildung des großen Neuerers der flämischen Malerei beginnt auf dem Boden der Tradition. Die Buchmalerei steht am Anfang seines Werks. Jan van Eycks Malerei ist geprägt von einer raffinierten Technik und der Vorliebe für kleine Details. 1425 wird er Hofmaler und Kammerherr im Dienst von Philipp dem Guten, Herzog von Burgund.

Jan van Eyck
Jan van Eyck.
Quelle: Wikimedia Commons

Nach 1430 lässt er sich in Brügge nieder, der wirtschaftlichen Metropole Flanderns, die auch zum künstlerischen Zentrum der Region wird.

Seine wirklichkeitsgetreue Wiedergabe der Bildgegenstände kommt einem radikalen ästhetischen Umbruch gleich, und die Technik der Ölmalerei eröffnet ihm neue Möglichkeiten der Darstellung.

Meisterwerke von Jan van Eyck

Der hl. Franziskus empfängt die Wundmale Christi

Bauwerke von Architekt Jože Plečnik in Ljubljana

Jože Plečnik ist ein einmahliger slowenische Architekt. Er lebte zwischen 1872 und 1957. Sein Werk erstreckt sich zwischen Wien, Prag, Ljubljana und ein kleiner Teil in Kroatien und Serbien. Die meisten Bauwerken wurden zwischen den beiden Weltkriegen entworfen, aber sein Werk bedeutete in den 80er Jahren eine regelgrechte Entdeckung fűr die ganze Welt. Im Jahr 1986 wurde im Pariser Kulturzentrum Georges Pompidou sein Beitrag zum Prag des Präsident Tomaž G. Masaryk besonders beleuchtet.

Ljubljana, National- und Universitätbibliothek
Ljubljana, National- und Universitätbibliothek.
Foto: Mateja Kregar Gliha

Jože (Josef) Plečnik studierte in Graz und Wien, aber im Jahr 1921 begann seine Kunstbeilage in der Geburtsstadt. Die Ljubljana’s Zeit war bis zum Tod fruchtbar und das merkt man noch immer heute in fast jeder Stadtecke. Im Zentrum bewundert man die drei Brűcken, die Markthallen, das »Bűgeleisen« Haus, das Ursulinengymnasium, die Mariensäule, das Križanketheater-das ehemalige Kloster des Deutschen Ritterordens, der Platz der Französische Revolution, die Vega Strasse, die Burg Schanzen, die Römische Mauer, etc. Unter den Werken in Ljubljana zählt die National- und Universitätsbibliothek in Novi trg zu seinen qualitätsvollen Arbeiten.

Die schönste und die beeindrucksvolle sind aber seine Kirchen und Kirchenausstattungen, wie Taufkesseln, Kirchenartikeln, kleine Kapellen. Man muss unbedingt die St. Franziskus Kirche in Šiška und St Michaels Kirche in Črna vas sehen. Mit denen versuchte er eine neue Qualität des modernen Kirchenbaus zu definieren.

Einmalig ist der Komplex der Leichenhallen auf dem Friedhof Žale, der zählt zu der bedeutendsten Friedhofsarchitektur Europas. Da ist Jože Plečnik im Familengrab begraben.

Um Jože Plečnik zu verstehen, muss man aber sein Haus- heute Museum in Trnovo besuchen. Ein Blick auf sein Leben gibt uns eine Chance, diesen einzigartigen Architekt etwas besser zu verstehen. Es scheint, das alles was er berűhrte, verzaubert wurde. Und alles was er dazu sagte war:

»Ich bin nur ein Bleistift in den Händen des Gottes!«

Der erste Baumwipfelpfad in Tschechien

Was ist ein „Baumwipfelpfad“? Es ist ein gerader oder serpentinenartiger Weg oder eine Brücke, meist aus Holz, die sich in der Höhe zwischen den Baumkrönen windet. Die Konstruktion besteht aus mehreren Plattformen, Holzplanken oder Brücken, Brückenpfeilern und Stegen. Sie bietet die atemberaubende Möglichkeit für Wanderungen und Spaziergänge – über den Bäumen, in 20, 30 oder gar 40 Metern Höhe. Ist das nicht spannend, weit über dem Waldboden spazieren zu gehen, die Natur aus einer ganz neuen und einzigartigen Perspektive zu erleben und dabei eine grandiose Aussicht zu genießen? Ein Baumwipfelpfad kann auch verschiedene andere Namen haben – je nach Land, Region, Sprache und Dialekt sind folgende Bezeichnungen gebräuchlich: Baumkronenpfad, Baumkronenweg, Baumwipfelpfad, Waldwipfelweg, Wipfelpfad usw. Baumwipfelpfade sind inzwischen an vielen europäischen Orten zu finden und es kommen stetig neue dazu.

Die bekanntesten gibt es in Deutschland und Österreich, doch neulich wurde ein Baumwipfelpfad in Lipno, in der Tschechischen Republik, am 31.07.2012 durch den tschechischen Präsidenten Václav Klaus feierlich eröffnet. Lipno nad Vltavou am Moldaustausee ist ein bekannter Urlaubsort mit vielen touristische Einrichtungen. Der Ort bietet sowohl im Sommer als auch im Winter interessante Angebote und Attraktionen, wie zum Beispiel das Skigebiet Kramolin, den Naturpark Vyšebrodsko, die Naturschutzgebiete Čertova stěna (Teufelswand) und Luč (Kienberg), oder Sehenswürdigkeiten wie ein Granitmassiv und die Reste eines Urwaldes. Nicht zuletzt deswegen zählt die Region heute zu den beliebtesten Erholungsgebieten Tschechiens. Hervorragende Übernachtungsmöglichkeiten verwöhnen die Gäste; zum Beispiel im Frymburk, nur 6 km von Lipno entfernt. Von dort kann man den Baumwipfelpfad in Lipno schnell und gut erreichen.

Dem Baumkronenpfad liegt die Idee zugrunde spielerisch Umweltbildung und Forschung zu vereinen, den Besuchern einerseits ein einzigartiges Naturerlebnis zu vermitteln und anderseits das Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge im Kronenbereich eines Waldes zu fördern. Doch mehr als bei anderen Baumwipfelpfaden begeistert hier der Schwerpunkt auf dem spielerischen Element mit zahlreichen Schaukeln, Wippen und ähnlichen Elementen.

Bauwerk

Errichtet auf dem 900 Meter hohen Bergrücken Kramolin im Böhmerwald, mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm/Baumturm, der den Blick auf den Nationalpark Šumava, den Moldaustausee und die Berge öffnet. Auf dem ca. 675 Meter langen Baumwipfelpfad befinden sich 12 Ergebnisstationen und eine 52 Meter lange Rutsche. Der Pfad selbst ist überwiegend aus Holz gebaut und barrierefrei, was Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern einen bequemen und unbeschwerten Besuch ermöglicht. Die massiven hölzernen Geländestützen und das Geländenetz sorgen für vollkommene Sicherheit.

Die Teufelsköpfe von Želízy – ein Ausflug in die Kulturgeschichte Tschechiens

– Želízy bei Liběchov (Liboch) in Böhmen –

Schon seit mehr als 170 Jahren schauen die über neun Meter hohen Teufelsköpfe bei Želízy (Schelesen) über das kleine Flüsschen Liběchovká zur Elbe hinüber. Wie Wächter stehen sie neben der kleinen Straße von Mělník nach Česká Lípa (Böhmisch Leipa). Sie sind Teil eines ganzen Arsenals von Sandsteinskulpturen, die im Kiefernwald nördlich von Liběchov (Liboch) an Ort und Stelle aus dem natürlichen Fels gearbeitet wurden. Es sieht ein bisschen aus wie das Mount Rushmore National Memorial in den USA, nur dass dies hier keine Staatsmänner sind.

Certový hlavy - Teufelsköpfe von Václav Levý
Certový hlavy – Teufelsköpfe von Václav Levý.
Foto: Klaus Stich

Figuren von Václav Levý (1820–1870) schmücken seit dieser Zeit auch den Schlosspark von Schloss Liboch. Die Felsenkapelle der Hl. Maria Magdalena und viele weitere Skulpturen, darunter eine Harfenspielerin, linker Hand vier menschliche Gesichter im Fels, unweit davon am Fuße des Felsens eine neun Meter lange Schlange, eine Räuberhöhle und den vier Meter hohen Turm von sieben aufgetürmten Broten kann man in unmittelbarer Nähe sehen.

Diese Skulpturen am Rande des Kokoříner Sandsteingebietes wurden 1841–46, in der Zeit der Romantik, von einem der führendsten Steinbildhauer Böhmens, Václav Levý geschaffen und waren sein erstes großen Werk.
Er war gerade mit seiner Tischlerlehre fertig und arbeitete als Küchenhilfe im Libocher Schloss. Die Felsen der Umgebung inspirierten ihn zu diesen Werken. Und der Herr auf Schloss Liboch, Anton Veith, stiftete ihm als erstes ein Studium in Prag. Sein Rüstzeug als Bildhauer bekam er von Ludwig Schwanthaler in München, dessen Statuen historischer und mythischer Gestalten tschechischer Geschichte auch hier im Nachbardorf Tupadly ihren Platz fanden und heute im Nationalmuseum in Prag zu bewundern sind.
Levý stellte nach seiner Rückkehr nach Prag jedoch fest, dass es keine Arbeit für ihn gab. In fünf Jahren schuf er gerade zwei Figuren. Er lebte dann in Rom, bis er vier Jahre vor seinem Tod nach Prag zurückkehrte. Hier schuf er noch Statuen von Heiligen in der Prager Karl-Borromäus-Kirche, der heutigen Kyrill- und Methodiuskirche oder sein berühmtestes Werk, die Skulptur Adam und Eva.

In der Höhle Klácelka in Želízy sind Tierallegorien menschlicher Schwächen dargestellt, die den Fabeln von F. M. Klácel entlehnt wurden. Im Vorraum hinter einem Eisengitter dösen heroische Figuren der tschechischen Geschichte vor der Höhle dahin, wie Jan Žižka, Prokop der Kahle und Zdenko von Zasmuk mit seinen Zwergen, welche Waffen für die Blaník-Ritter schmieden. Dieser Platz vor der Klácelka-Höhle wird Blaník, nach dem legendären gleichnamigen Berg und seinen Blaník-Rittern genannt, welche in schwierigen Momenten vom tschechischen Volk immer wieder beschworen werden.

Am Schloss Liběchov (Liboch) beginnt ein Rundweg von 12–16 km Länge, welchen wir mit Hilfe der Blaník-Ritter bewältigen werden.

Kulturelle Vielfalt europäischen Nationen

Historisch-kulturell wurzelt Europa im antiken Griechenland. Und neben der griechischen Kultur, hat auch das Römische Reich, das Christentum und Judentum seine Spuren in ganz Europa hinterlassen. Europa bietet eine Fülle an berühmten Gebäuden, Plätzen und Denkmälern, historischen Sehenswürdigkeiten und Schauplätzen, geheimnisvollen Orten, kunstvolle Architektur und Bauwerke. Und diese kulturelle Vielfalt Europas soll auf Sehenswertes-Europa.de vorgestellt und bebildert werden. Damit unsere Kunstschätze und unser gesamtes Kulturerbe hier in Europa geschätzt, liebevoll gepflegt und bewahrt wird, und nicht zerstört wird.

Europakarte aus dem „Kartensaal“ in Villa Farnese in Caprarola, Italien.
Foto: Robert F. Barkowski.

Sehenswertes-Europa präsentiert, was in Europa sehenswert ist und die Sammlung der Sehenswürdigkeiten und Kunstwerken wird kontinuierlich durch neue Berichte und Beiträge erweitert und ergänzt – mit Künstlerverzeichnis berühmter Künstler, wie Maler, Bildhauer, Kupferstecher oder Zeichner, und Angaben zum Ort der Ausstellung ihrer Meisterwerken.

Was dieses Portal nicht ersetzen kann und will, ist ein persönliches Besuch im Museum oder einer Galerie. Eine sehr persönliche Form Kunst zu genießen ist die direkte visuelle Konfrontation mit einer Kunstsammlung oder einem einzelnem Objekt der Malerei oder Bildhauerkunst. Um sich mit Gemälden und Skulpturen unmittelbar auseinandersetzen zu können, besucht man Museen, Galerien, Ausstellungen und Vernissagen. Die optische Nähe zu einem originalen Kunstobjekt berührt die Wahrnehmungen eines Museumsbesucher in besonderem Maße, sie ist inspirierend und und ein ganz besonderes ästhetisches Erlebnis. Keine mediale Vermittlung kann die direkte Begegnung mit einem herausragenden Meisterwerk ersetzen, weder Printmedien noch die Präsenz im Internet. Die meisten Kunstsammlungen reicher Mäzene entstanden, nicht als reine Geldinvestition, sondern auch für das Privileg des sinnlichen Mehrwerts eines Kunstwerkes in Form der persönlichen Begegnung. Damit aber stehen die privaten Kunstsammlungen, solange sie nicht für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich sind, in einem Konflikt mit dem Begriff eines allgemeinen Kulturerbes, denn alle kulturellen Erzeugnisse, wovon Malerei und Bildhauerei nur einen Teil ausmacht, bilden zusammen das kulturelle Erbe der gesamten Menschheit. Ein Zugangsverbot erscheint deshalb auch vielen Besitzern von herausragenden Kunstwerken moralisch nicht als geboten. Um ihre Werke der Kunst öffentlich zu machen, haben neben einigen Künstlern und deren Nachlassverwaltern vor allem viele Kunstsammler Stiftungen gegründet. Davon zeugen heute die zahlreichen Dauerleihgaben und Schenkungen in den großen Kunstsammlungen der Welt.

Holstentor

Das Holstentor ist eines der Wahrzeichen Lübecks und vielleicht sogar das wichtigste und einprägsamste. Der eindrucksvolle Backsteinbau begrenzt heute die Altstadt Lübecks in westlicher Richtung. Das Tor ist eines der beiden noch erhaltenen alten Stadttore, sein genaues Entstehungsjahr liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Als im Jahre 1216 in einer Schenkungsurkunde, die den dänischen König betraf, die Holstenbrücke Erwähnung fand, existierte mit großer Wahrscheinlichkeit bereits ein Vorläufer des heutigen Holstentores.

Lübeck: Holstentor, Ansicht im Sommer
Lübeck: Holstentor, Ansicht im Sommer.
Foto: Birger Dimter

Der Name ist übrigens eine Verballhornung von Holstein, denn das Tor wurde so genannt, da es in Richtung Holstein zeigte. Die architektonische Gestaltung der Innen- und Außenseite entspricht den unterschiedlichen Funktionen der beiden Seiten. Die der Stadt zugewandte Seite ist naturgemäß reich geschmückt und mit verschiedenartigen Fenstern verziert und gibt so ein prächtiges Bild ab. Die sogenannte Feldseite weist Schießscharten und Aussparungen für die Geschützkammern auf. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Tor immer wieder erweitert und umgebaut. Dabei sind viele Ornamente und Schmuckelemente angebracht worden. Am auffälligsten sind zwei Terrakottabänder, die sich um das gesamte Bauwerk herum erstrecken.

Die beiden Inneräume des Lübecker Holstentores sind gleichartig konstruiert und mit stark gewundenen Wendeltreppen ausgestattet. Früher befanden sich hier die Geschütze zur Verteidigung der Stadt. Die Erhaltung der Wehrhaftigkeit war ursprünglich die eigentliche Aufgabe dieses Tores und der angeschlossenen Brückenanlage. Lübeck war eine reiche Hansestadt und sah sich demzufolge immer wieder mit Angriffen von Neidern und Feinden konfrontiert.

Mit dem Einsetzen der Industrialisierung hielten einige Bürger das Holstentor für ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das dem Fortschritt im Wege stünde. Das Tor sollte komplett abgerissen werden. Nur auf die Intervention des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. hin, der seinen Konservator nach Lübeck schickte, wurde den Zerstörungen Einhalt geboten. Nach einigen Versuchen, das Tor wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, erfolgte in den Jahren 2005/2006 eine erneute und fachlich fundierte Restaurierung, die etwa eine halbe Million Euro kostete.

Heute dient das Holstentor als Museum, in dem die Geschichte Lübecks dargestellt wird. Sowohl archäologische Funde sowie Modelle und Bilder dienen zur Veranschaulichung der Historie der Stadt. Eine Abbildung des Holstentores ziert die Rückseite der 2-Euro Münzen der Prägung aus dem Jahre 2006.
Weitere Informationen über das Holstentor und die Hansestadt Lübeck ganz allgemein finden sich unter: www.urlaub-luebeck.de.

Autor: Birger Dimter.

Schloss Altenstein

Das Schloss Altenstein bei Bad Liebenstein befindet sich im Wartburgkreis in Thüringen auf einem weitläufigen Parkgelände. Der Kurort Bad Liebenstein liegt im Naturpark Thüringer Wald und war der größte Herzkurort der ehemaligen DDR (Nähere Informationen zu Bad Liebenstein finden sich hier: www.urlaub-bad-liebenstein.de). Das Schloss Altenstein wurde im Jahr 1736 erbaut und im Jahr 1800 zu einer Sommerresidenz erweitert.

Bad Liebenstein, Schloss Altenstein
Bad Liebenstein, Schloss Altenstein.
Foto: Birger Dimter

Bereits 1225 existierte an der Stelle des ehemaligen Wohnschlosses der Meininger Herzöge eine Burg mit dem Namen Altenstein, deren Besitz im Jahr 1346 an den Landgrafen von Thüringen überging. Diese Burg wurde 1554 überfallen, geplündert und verwüstet. Der Wiederaufbau begann drei Jahre später, jedoch in einem bescheideneren Stil in Renaissance-Bauweise. Das Eigentum an der Burg erlangten die Herzöge von Sachsen-Meiningen im Jahr 1680 durch eine Erbschaft.

Im Jahr 1710 ließen die Herzöge die Ruine der alten Burg Altenstein weitestgehend abreißen, da ein zweigeschossiges einfaches Landhaus gebaut werden sollte. Das Gebäude wurde östlich um Räume für die Hofhaltung, Bewirtschaftung und für die Unterbringung von Gästen erweitert. Im Schlosspark wurden Pavillons aufgebaut, verschiedene Blumenbeete und Rabatten angelegt und ein Netz von Treppen und Wegen errichtet.

Von 1798 bis 1804 erfolgte ein teilweiser Umbau zur Sommerresidenz. Der Altensteiner Park wurde im Stil eines englischen Gartens angelegt. Eine Erweiterung und Umgestaltung folgte in den Jahren 1846 bis 1852. Für Georg II. Herzog von Sachsen-Meiningen wurde das Schloss von 1888 bis 1889 erneut umgebaut. Als Vorbild dienten die Landhäuser aus der englischen Spätrenaissance. Mit der Abschaffung der Monarchie jedoch verlor das Schloss Altenstein seine Funktion als Sommerresidenz.

Nachdem das Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Erholungsheim der Handwerkskammer diente und 1979 zum Denkmal der Landschafts- und Gartengestaltung wurde, wurde das Bauwerk infolge eines Brandes im Jahr 1982 zum großen Teil zerstört. Die bereits vor der Wende begonnenen Instandsetzungsarbeiten wurden nach Übergang an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wieder aufgenommen und seitdem schrittweise fortgeführt. Die Fertigstellung des Schlosses ist für das Jahr 2015 geplant.

Autor: Birger Dimter